News

Lesetipp zum Sexualstrafrecht

Frauennotruf Wetterau

Die Berliner Anwältin und Mitautorin der bff-Fallanalyse hat einen sehr lesenswerten Artikel darüber geschrieben, warum der von Justizminister Heiko Maas vorgelegte Gesetzentwurf nicht ausreicht und deshalb eine grundlegende Reform notwendig ist. http://www.zeit.de/kultur/2016-04/sexualstrafrecht-gesetzesentwurf-kritik-geschlechterverhaeltnis-10nach8/seite-2

Nein heißt nein

Frauennotruf Wetterau

Breites Bündnis fordert zum Sexualstrafrecht: ein Nein muss reichen!
Anlässlich der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zum Sexualstrafrecht fordern zahlreiche Organisationen und Prominente Angela Merkel und den deutschen Bundestag auf, ein modernes Sexualstrafrecht zu schaffen. Es ist nach deutschem Recht bislang keine Straftat, wenn sexuelle Handlungen allein gegen den ausdrücklichen Willen einer Person begangen werden. Auch der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf ändert daran nichts. Noch immer reicht ein klares Nein nicht aus. Weiterhin ist die zentrale Frage, ob die Betroffene sich körperlich zur Wehr gesetzt hat oder hätte wehren können. Und wenn sie sich nicht gewehrt hat, wird geprüft werden, warum sie dazu nicht in der Lage war. „Es darf nicht länger sein, dass Betroffene von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in der Begründungspflicht für ihr Handeln stehen. Für die Strafbarkeit muss es künftig allein auf das Verhalten des Täters ankommen.“, bringt Katja Grieger vom bff die Kritik am Gesetzentwurf auf den Punkt. Das Bündnis „Nein heißt Nein“ fordert mit seinem offenen Brief die Abgeordneten des Bundestages auf, ein zeitgemäßes und menschenrechtskonformes Sexualstrafrecht zu schaffen. „Die Zeit ist reif – reif für eine große Reform des Sexualstrafrechts. Wie 1997, als […] eine überwältigende Mehrheit für die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe stimmte. Heute, knapp 20 Jahre später, steht der Bundestag erneut vor einer solchen Situation.", formuliert das Bündnis in seinem offenen Brief. Das Bündnis fordert daher die Abgeordneten zu einer großen Koalition für ein „Nein heißt Nein“ auf. Denn jede nicht einverständliche sexuelle Handlung muss unter Strafe gestellt werden – das fordern auch internationale menschenrechtliche Vorgaben.
Offener Brief des Bündnisses Nein heißt Nein
Nein heißt nein. Schaffen Sie ein modernes Sexualstrafrecht. Online-Petition an den Deutschen Bundestag

Spenden Sie Bücher! Unterstützen Sie den Frauen-Notruf!

Frauennotruf Wetterau

Der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises sammelt im Rahmen der Aktion „Lesend Gutes Tun“ Bücherspenden. In zwei Bücherregalen im Kreishaus werden gebrauchte Bücher und Hörbücher, die gespendet werden, für wenig Geld verkauft. Der Erlös geht Frauenprojekte im Wetteraukreis.
Spenden auch Sie Bücher und unterstützen damit unsere Arbeit und die Arbeit anderer wichtiger Frauenprojekte in der Wetterau. Sie können die Bücher im kreishaus in Friedberg oder auch bei uns im Frauen-Notruf in Nidda abgeben!

Pressemitteilung: Webseite des Frauen-Notruf Wetterau: Neu und barrierearm

Frauennotruf Wetterau

Der Frauen-Notruf Wetterau hat eine neue Webseite. Im neuen Design und mit überarbeitetem und erweitertem Inhalt soll die neue Homepage vor allem eines sein: Für so viele Menschen wie möglich zugänglich.
Der Frauen-Notruf versteht sich als Anlaufstelle für alle von Gewalt betroffene Frauen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bietet die neue Webseite auch Informationen in Leichter Sprache, in verschiedenen weiteren Sprachen und Gebärdensprache-Videos an. Auch für blinde Menschen ist die Seite barrierefrei nutzbar.
Die barrierearme Umgestaltung der Webseite steht im Zusammenhang mit dem Projekt „Suse –sicher und Selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken.“ Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. ist eine von fünf Frauenberatungsstellen in Deutschland, die das Projekt „Suse- sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen stärken“ in ihrer Region umsetzen. Das Projekt läuft von 2014 – bis 2017.
Behinderte Frauen erleben sehr viel häufiger Gewalt als nichtbehinderte Frauen und Mädchen. Im Laufe ihres Lebens erfährt beinahe jede behinderte Frau körperliche und psychische Gewalt, fast jede zweite Frau mit Behinderung ist von sexualisierter Gewalt betroffen. Dennoch sind die Zugänge für Frauen mit Behinderung zu Beratungsstellen durch unterschiedliche Barrieren erschwert. Der Frauen-Notruf Wetterau möchte daran etwas ändern. Barrieren können baulicher Art sein, es finden sich aber auch viele andere Barrieren, zum Beispiel auf kommunikativer und struktureller Ebene. Die Umgestaltung der Webseite ist Teil des Bestrebens des Frauen-Notrufs, Barrieren abzubauen und damit für mehr Frauen zugänglich zu werden.
„Wir sprechen dabei von ‚barrierearm‘ und nicht von barrierefrei, da es die unterschiedlichsten Arten von Barrieren gibt und wir das Ganze als einen Prozess sehen“, erläutert Christa Mansky vom Frauen-Notruf. „Eine absolute Barrierefreiheit herzustellen setzt voraus, dass alle Barrieren auch bewusst sind. Davon gehen wir nicht aus. Wir sind uns sicher, dass wir noch weiter dazulernen werden“, so Mansky weiter.
Zum Projekt „Suse“ findet sich mehr Wissenswertes auf der Webseite des Frauen-Notrufs.
Dort finden sich außerdem ausführliche Informationen zur medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung. Diese Möglichkeit können Frauen im Wetteraukreis seit November 2015 in Anspruch nehmen.
In der Rubrik „Aktuelles“ finden sich aktuelle Pressemitteilungen des Frauen-Notrufs, sowie Hinweise zu Veranstaltungen und zu anderen aktuellen Themen. Es lohnt sich also, der Webseite regelmäßig einen Besuch abzustatten.

Familienrechtliche Erstberatung

Frauennotruf Wetterau

Familienrechtliche Erstberatung im Frauen-Notruf Wetterau e. V.

Am Donnerstag, 12.05.2016 bietet die Rechtsanwältin Fabienne Metz aus Bad Nauheim in Kooperation mit dem Frauen-Notruf Wetterau e. V. von 9.00 bis 12.30 Uhr eine familienrechtliche Erstberatung an.

Es können rechtliche Fragen zu den Themen. Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz besprochen werden. Es kann geklärt werden, welche Unterlagen benötigt werden, und erste Hilfestellungen können in diesem Gespräch erarbeitet werden.

Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauen-Notruf Wetterau um vorherige Anmeldung per Tel.: 06043 4471 oder per Mail: frauennotruf@t-online.de
Die juristische Erstberatung kostet € 10,- und findet im Frauen-Notruf Wetterau e. V., Hinter dem Brauhaus 9, 63667 Nidda statt.

Pressemitteilung: Straßentheater für ein klares „Nein-heißt-Nein!“!

Frauennotruf Wetterau

Friedberg. Am 13.4. haben Aktive der Antifaschistischen Bildungsinitiative Friedberg (https://www.facebook.com/antifabi/?fref=nf) und Mitarbeiter_innen des Frauen-Notruf Wetterau bei einer gemeinsamen Aktion auf die Mängel im aktuellen Sexualstrafrecht aufmerksam gemacht und ein klares „Nein-heißt-Nein“ gefordert. Die Aktion fand im Rahmen der Internationalen Woche gegen Street Harassment (Sexuelle Belästigung) statt. In mindestens 50 Ländern finden dazu vom 10. bis zum 16. April unterschiedlichste Aktionen statt. (https://www.facebook.com/MeetUsOnTheStreet; http://www.meetusonthestreet.org/)
Auf dem Friedberger Wochenmarkt stellten an diesem Mittwoch einige Aktivist_innen schauspielerisch dar, welche Problematiken auch nach der aktuell diskutierten Reform des Sexualstrafrechts weiter bestehen bleiben würden. An die durch die Darstellungen aufmerksam gewordenen Passant_innen wurden Flugblätter verteilt. Dort konnte nachgelesen werden, was auch eine der Aktivist_innen immer wieder durch ihr Mikrofon verkündete:
Deutschlands Sexualstrafrecht hat ein Grundsatzproblem: Einfach „Nein“ zu sagen, wenn man eine sexuelle Handlung nicht will, reicht nicht, damit die Handlung strafbar ist. Das ist sie nur, wenn der Täter Gewalt anwendet, konkrete Gewalt androht oder eine hilflose Situation ausnutzt. Betroffene müssen sich aktiv wehren. Ihr Verhalten bestimmt, ob ein Täter sich strafbar macht oder nicht. Nun soll das Sexualstrafrecht geändert werden. Allerdings ändert sich nach dem aktuell vorliegenden Reformentwurf nichts an den Grundsätzen, es werden nur kleine Lücken geschlossen. Auch nach der Änderung reicht es nicht aus, dass ein_e Betroffene_r sagt er_sie möchte keine sexuellen Handlungen. Wenn sich der_die Täter_in darüber hinwegsetzt macht er_sie sich weiterhin nicht strafbar. Das kann nicht sein. Helfen Sie mit, damit in Deutschland Betroffene sexueller Gewalt geschützt und Täter bestraft werden können. Unter https://www.change.org/p/heikomaas-schaffen-sie-ein-modernes-sexualstrafrecht-neinheisstnein können Sie eine Online-petition unterzeichnen. Justizminister Heiko Maas wird damit aufgefordert das Sexualstrafrecht entsprechend der Forderung „Nein-heißt nein“ zu verändern.
Auch in Zukunft wollen sich die Vereine auch in gemeinsamen Aktionen gegen sexualisierte Gewalt und für ein klares Nein-heißt-Nein in der Gesellschaft und auch vor dem Gesetz engagieren.

Pressemitteilung: Gegen Gewalt - Mädchen und Frauen mit Behinderung stärken - auch 2016 ein Thema im Wetteraukreis!

Frauennotruf Wetterau

Nidda/Karben – Am 17.2.2016 ist das Wetterauer Netzwerk Suse (Sicher und Selbstbestimmt. Mädchen und Frauen mit Behinderung stärken) mit seinem ersten Treffen ins neue Jahr gestartet. Diesmal hatte das BBW Südhessen die Teilnehmer_innen der 12 Einrichtungen aus den Bereichen der Behindertenhilfe und des Gewaltschutzes in seinen Räumen empfangen. Das Suse-Netzwerk hat zum Ziel, die Bereiche der Behindertenhilfe, der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung und des Gewaltschutzes zusammenzubringen und durch die Zusammenarbeit und den Austausch einen besseren Schutz vor Gewalt für Mädchen und Frauen mit Behinderung zu bewirken.
Als externe Expertin war diesmal Rita Schroll vom Hessischen Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung, beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Hessen e. V., eingeladen. Frau Schroll gab in einem interessanten Vortrag Einblicke in ihre vielfältige und engagierte Arbeit im Rahmen des Koordinationsbüros. Zu den vielfältigen Angeboten des Büros gehören unter anderem die direkte Beratung von Frauen mit Behinderung und ihre Angehörigen, Fortbildungen und Vorträge, Veröffentlichungen, Lobbyarbeit und das Informieren von Journalist_innen, Fachkräften und Politiker_innen. Nähere Informationen zur Arbeit des Hessischen Koordinationsbüros für Frauen mit Behinderung unter: www.hkfb.de.
Im Anschluss berichteten Mitarbeiter_innen des Netzwerkes über bisherige Inhalte und über die Früchte, die die Zusammenarbeit seit seiner Entstehung Ende 2014 bereits getragen hatte.
Es wurde deutlich, dass allseits ein großes Interesse an dem regelmäßigen Austausch bestand. Das zeigte sich auch daran, dass sich das Netzwerk im vergangenen Jahr ganze sieben Mal getroffen hatte. Beispielsweise wurde berichtet, wie durch das Netzwerk bereits auf kurzem Wege eine Zusammenarbeit des Frauen-Notrufs und einer Einrichtung ermöglicht wurde, nachdem Teilnehmer_innen der Einrichtung Übergriffe erlebt hatten. Eine andere Mitarbeiterin des Suse-Netzwerks hatte sich, angeregt durch das Netzwerk für die Barrierefreiheit in ihrer Einrichtung eingesetzt und den Umbau der Toiletten bewirken können.
Beim kommenden Netzwerktreffen im April sollen die Arbeitsschwerpunkte des Netzwerkes für das Jahr 2016 geplant werden.
Das Suse-Netzwerk freut sich über weitere Interessierte aus den Bereichen der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung, der Behindertenhilfe und des Gewaltschutzbereiches. Diese können sich an den Frauen-Notruf Wetterau wenden (Tel.: 06043-4471, E-Mail: info@frauennotruf-wetterau.de , Homepage: www.frauennotruf-wetterau.de).
Für weitere Nachfragen wenden Sie sich gerne an uns.

Ein Nein muss reichen!

Frauennotruf Wetterau

Zum aktuellen Stand um die Reform des Sexualstrafrechts

  • Im Bundeskabinett wurde am 16.März 2016 ein vom Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Maas vorgelegter Gesetzesentwurf zur Reform des Sexualstrafrechts beschlossen.
  • Nun muss der Bundestag im Weiteren über den Entwurf beraten.
  • Der Bundesrat hat am 18.März 2016 einen Entschließungsantrag gefasst, in dem er die Bundesregierung bittet, die Strafbarkeit bei Sexualdelikten nicht von der Anwendung von Gewalt abhängig zu machen. Vielmehr müsse das fehlende Einverständnis der Betroffenen Anknüpfungspunkt der Strafbarkeit sein. Es gelte der Grundsatz “Nein-heißt-Nein”.
  • Der Bundestag ist also auch explizit dazu aufgefordert zu prüfen, ob nicht doch grundlegendere Veränderungen im Sinne einer Nein-heißt-nein Regelung notwendig sind.

Auch wir vom Frauen-Notruf Wetterau, sowie unser Bundesverband der bff und viele andere sind der Überzeugung, dass die Reform nicht weit genug geht. Ein grundlegender Paradigmenwechsel muss her. Ein Nein muss reichen!

Weitere Informationen:

Unterschreiben Sie die Online-Petition des bff an den Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Maas: Schaffen Sie ein modernes Sexualstrafrecht. Nein heißt nein.

Donnerstag 17.3.2016 Nein heißt Nein! Sexuelle Übergriffe – Rechtslage und Reformbedarf in Deutschland. Vortrag und Diskussion

Frauennotruf Wetterau

Donnerstag, 17. März 2016, 18 Uhr
Kreishaus am Europaplatz in Friedberg, Plenarsaal
Referentin: Prof. Dr. Sibylla Flügge,
Frankfurt University of Applied Sciences
Um Anmeldung wird gebeten:
Tel: 06031 / 83 53 01; fachdienst-frauen@wetteraukreis.

Sexuelle Übergriffe werden in Deutschland kaum geahndet.
Vergewaltigung ist nach wie vor eine der Straftaten, bei
denen die Täter überwiegend straffrei ausgehen. Das aktuelle
Sexualstrafrecht steht deshalb in der Kritik, die sexuelle
Selbstbestimmung von Frauen, aber auch von Männern,
nicht ausreichend zu schützen. Hier besteht dringender
Handlungsbedarf. Deutschland ist aufgefordert, sein Strafrecht
entsprechend der EU-Richtlinien zu verändern.
In der Veranstaltung soll der Ist-Zustand dargestellt und die
Rechtslage beleuchtet werden. Gemeinsam mit der Referentin
und Vertreterinnen von Frauenberatungsstellen und Polizei
wollen wir diskutieren, wie die Situation für Frauen zu
verbessern ist.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie “hier:”http://www.frauenseiten.wetterau.de/sites/default/files/Flyer%20Nein%20hei%C3%9Ft%20Nein.pdf.

Pressemitteilung: Herr Maas – ein Nein muss reichen. Für eine grundlegende Reform des Sexualstrafrechts

Frauennotruf Wetterau

Der Frauen-Notruf Wetterau machte bereits im vergangenen Jahr darauf aufmerksam, dass viele sexualisierte Übergriffe bislang in Deutschland nicht strafbar sind, weil die derzeitige Rechtslage gravierende Schutzlücken aufweist. So bleiben beispielsweise Vergewaltigungen, in denen der Täter keine Gewalt anwenden musste, weil die betroffene Frau keine Gegenwehr leistete, in der Regel straffrei. Nicht zuletzt deshalb wird nur ein Bruchteil der Taten der Polizei gemeldet und in weniger als zehn Prozent der angezeigten Fälle findet eine Verurteilung statt.
Weil diese Rechtslage auch internationalen Menschenrechtsverträgen widerspricht, wurde Deutschland aufgefordert, seine nationale Gesetzgebung anzupassen. Infolge dessen hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz einen Gesetzentwurf zur Reform vorgelegt, der die Schutzlücken schließen soll. „Der Gesetzentwurf geht aber nach wie vor davon aus, dass Betroffene sich im Normalfall körperlich zur Wehr setzen. Diese Grundannahme ist schlicht falsch und stellt eine Erwartung dar, die viele Betroffene nicht erfüllen können.“ sagt Katja Grieger vom Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff).
Somit würden Täter weiterhin systematisch straffrei bleiben auch wenn sie sich über den erklärten Willen – ein klares Nein – hinwegsetzen. Diese Tatsache wird auch nicht durch die im Gesetzentwurf formulierten Ausnahmen verändert, unter denen eine sexuelle Handlung auch dann strafbar ist, wenn Betroffene zu Gegenwehr nicht in der Lage waren.
Der Frauen-Notruf Wetterau schließt sich der Forderung des bff an, nach einem Sexualstrafrecht, das auf fehlendes Einvernehmen abstellt, anstatt auf die Frage, ob Betroffene sich hätten wehren können und warum ihnen dies nicht gelungen ist. „Nicht das Verhalten des Opfers sondern allein das Verhalten des Täters muss für die Strafbarkeit eines sexuellen Übergriffs entscheidend sein“, betont Christa Mansky vom Frauen-Notruf Wetterau.

Die Forderung nach einer grundlegenden Reform des Sexualstrafrechts teilen auch die mehr als 100.000 Unterstützer/innen der Online-Petition „Nein heißt nein“! auf change.org. Der FrauenNotruf Wetterau ruft weiter dazu auf, die Petition zu unterzeichnen und zu verbreiten:
https://www.change.org/p/heikomaas-schaffen-sie-ein-modernes-sexualstrafrecht-neinheisstnein

Die Stellungnahme des bff zum Gesetzentwurf kann hier heruntergeladen werden: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/nachricht/stellungnahme-des-bff-zum-referentenentwurf-bundesministerium-der-justiz-und-fuer-verbraucherschutz-zur-reform-des-sexualstrafre.html

Wir fordern dass die sexuelle Selbstbestimmung in Deutschland endlich umfassend geschützt wird!

Nein heißt nein - Petition für ein modernes Sexualstrafrecht

Frauennotruf Wetterau

In den letzten Wochen wurden die sexualisierten Angriffe in Köln und anderswo breit diskutiert. Wenn sich der mediale Blick wieder auf andere Geschehnisse richtet, wird es leider sein wie immer – auch nach den Angriffen auf Frauen in Indien, Ägypten, nach der Debatte um Kachelmann und Strauß-Kahn usw. – die Debatte (um sexualisierte Gewalt) wird verebben. Für die rassistische Debatte können wir das nur hoffen.
Ein Großteil der angezeigten sexualisierten Übergriffe wird juristisch nicht verfolgt werden können, selbst wenn einzelne Täter gefasst werden.
Ein modernes zeitgemäßes Strafrecht – das die sexuelle Selbstbestimmung einer jeden/ eines jeden schützt, steht endlich an – und muss von uns allen eingefordert werden.
Der aktuell in Berlin diskutierte Gesetzentwurf zur Sexualstrafrechtsänderung sieht auch nach den Ereignissen von Köln nicht vor, dass ‚Nein heißt nein‘ gelten soll. Der Entwurf ist kein Paradigmenwechsel hin zu einem voraussetzungslosen Schutz der sexuellen Selbstbestimmung.
Es liegt an uns, dafür Sorge zu tragen, dass unsere Stimmen in Berlin gehört werden müssen.
Was können Sie tun?
Unterzeichnen Sie die bereits 2015 aufgelegte Petition – ‚Nein heißt nein‘ und verbreiten Sie diese weiter.
Sie finden sie unter: https://www.change.org/p/heikomaas-schaffen-sie-ein-modernes-sexualstrafrecht-neinheisstnein
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Unsere Stellungnahme zu den aktuellen Geschehnissen um die Silvesternacht in Köln

Frauennotruf Wetterau

Pressemitteilung Mittwoch, 13. Januar 2016

Stellungnahme zu den aktuellen Geschehnissen um die Silvesternacht in Köln
Gewalt gegen Frauen passiert täglich!
Gewalt gegen Frauen – auch ein deutsches Problem!
Durch das mediale Bekanntmachen der Geschehnisse in der Silvesternacht in Köln hat sexualisierte Gewalt ein Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit erhalten, wie es sonst nur selten der Fall ist. Als FrauenNotruf haben wir täglich mit sexualisierter und anderen Formen von Gewalt gegen Frauen zu tun und freuen uns natürlich, wenn diese Problematik eine derartige Präsenz im gesellschaftlichen Bewusstsein erlangt. Leider war die Berichterstattung von Anfang an so, dass die Empörung vor allem dadurch ermöglicht wurde, dass die Täter vermeintlich nicht deutscher Herkunft und aus muslimischen Ländern seien. Schon vor der Silvesternacht in Köln wurde in öffentlichen Diskussionen Gewalt gegen Frauen und sexistische Diskriminierung oft ausschließlich als Problem „muslimischer Kulturen“ diskutiert. Die Ereignisse dienen wohl vielen als die Bestätigung dieses Denkens. Die Diskussionen um Verschärfungen von Asylgesetzgebung schlagen in eben diese Kerbe und instrumentalisieren die Vorfälle für eine politische Agenda gegen geflüchtete Menschen. Wir wissen durch unsere jahrzehntelange Erfahrung, dass Gewalt gegen Frauen ein gesellschaftliches Problem ist, auch in Deutschland und auch unter der nichtmuslimischen Mehrheit der Deutschen. Jede zweite bis dritte Frau in Deutschland erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche und/oder sexualisierte Gewalt. Diese Gewalt zu bekämpfen wird nicht gelingen indem das Problem ausgelagert und auf „die Anderen“ projiziert wird. Wir freuen uns daher über den Aufruf #ausnahmslos (ausnahmslos.org) den Feministinnen ins Leben gerufen haben. Wir hoffen dass durch solche fundierten und tatsächlich auf das Thema Gewalt gegen Frauen fokussierten Beiträge ernsthafte, themenbezogene Debatten angestoßen werden.
Eine Veränderung des deutschen Sexualstrafrechts fordern FrauenNotrufe und Frauenberatungsstellen seit langem. Mit unserem Bundesverband (bff), haben wir dazu im vergangenen Jahr im Rahmen der Kampagne „Vergewaltigung verurteilen“:https://www.frauen-gegen-gewalt.de/vergewaltigung-verurteilen.html konkrete Forderungen an die Politik gestellt. Auch der vor kurzem veröffentlichte aktuelle Gesetzentwurf bleibt leider unserer Einschätzung nach weit entfernt von dem eigentlich zu fordernden Nein heiß Nein und entspricht nicht den Anforderungen der Istanbul-Konvention (Informationen dazu auf der Seite des Instituts für Menschenrechte).

#ausnahmslos

Frauennotruf Wetterau

Mit dem Titel ‪#‎ausnahmslos‬ haben feministische Journalist_innen und Aktivist_innen eine Stellungnahme zu den aktuellen Geschehnissen verfasst und Forderungen an Politik, Medien und Gesellschaft formuliert.

“Der konsequente Einsatz gegen sexualisierte Gewalt jeder Art ist unabdingbar und von höchster Priorität. Es ist für alle schädlich, wenn feministische Anliegen von Populist_innen instrumentalisiert werden, um gegen einzelne Bevölkerungsgruppen zu hetzen, wie das aktuell in der Debatte um die Silvesternacht getan wird.(…) Alle Menschen sollen sich von klein auf, unabhängig von ihrer Ethnie, sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität, Religion oder Lebensweise, sicher fühlen und vor verbalen und körperlichen Übergriffen geschützt sein: egal ob auf der Straße, zu Hause, bei der Arbeit oder im Internet. Ausnahmslos. Das sind die Grundlagen einer freien Gesellschaft.”

Unterzeichnet/ Unterzeichnen Sie den Aufruf!

http://ausnahmslos.org/

Inklusive und barrierefreie Kampagne #superheldingegengewalt des bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe

Frauennotruf Wetterau

„Wünschst du dir manchmal eine Superheldin, die Gewalt gegen Frauen verhindert? Die immer zur
Stelle ist, wenn einer versucht, eine Frau zum Sex zu zwingen. Eine Superheldin, die schlagende
Männer und Väter aufhält?“, wird im bff-Kurzfilm Superheldin gegen Gewalt gefragt.

Der Film als Kernstück der Kampagne erklärt in verschiedenen Sprachen was Gewalt ist, welche
niedrigschwellige Hilfe es für Frauen und Mädchen gibt und wo sie sich hinwenden können. Unter
www.superheldin-gegen-gewalt.de sind zudem schnell und einfach regionale Beratungsstellen zu
finden. Die Seite liegt in deutscher und englischer Sprache vor.
Ziel der Kampagne ist es, Betroffene und Unterstützungspersonen zu ermutigen, sich Unterstützung
zu suchen. „Die Kampagne richtet sich vor allem an Mädchen und junge Frauen, darunter Mädchen
und Frauen mit Migrationsgeschichte, Fluchterfahrungen oder Behinderung“, so Katja Grieger,
Geschäftsführerin des bff. „Denn noch immer wissen viele nicht, welche Angebote die
Fachberatungsstellen machen. Manche Frauen haben auch das Gefühl, dass ihr Problem nicht
‚schlimm genug‘ ist, um sich an eine professionelle Stelle zu wenden.“
Ambulante Beratung hilft. Das belegen wissenschaftliche Studien und auch die hohe Auslastung der
Fachberatungsstellen. Allein an die Beratungsstellen, die dem bff angeschlossen sind, haben sich im
Jahr 2014 fast 60.000 Betroffene und Bezugspersonen gewandt. Dabei haben die Beraterinnen etwa
192.000 Beratungen durchgeführt und ganz konkrete Hilfe geleistet. Mit Schulungen und Kampagnen
leisten die Beratungsstellen darüber hinaus wichtige Präventionsarbeit.
„Dennoch ist es für manche Mädchen und Frauen schwer, Hilfe bei Gewalt zu finden. Etwa, wenn sie
nicht deutsch sprechen oder ihnen Informationen fehlen, wo sie sich hinwenden können. Da setzt die
Kampagne Superheldin gegen Gewalt an“, ergänzt Sandra Boger, Referentin im Projekt Suse – sicher
und selbstbestimmt.
Der bff-Kurzfilm und weitere Informationen zur Kampagne Superheldin gegen Gewalt sind
auf www.superheldin-gegen-gewalt.de
sowie auf facebook
zu finden.

#superheldingegengewalt

25.11.2015 Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen: Start der „Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung“ im Wetteraukreis

Frauennotruf Wetterau

Die Initiative „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ hat in erster Linie zum Ziel, die medizinische Versorgung nach Sexualstraftaten zu verbessern und den schnelleren und besseren Zugang zu Hilfsangeboten nach einer Vergewaltigung sicher zu stellen.
Und zwar unabhängig von einer Strafanzeige bei der Polizei.

Mit dem neuen Angebot können Betroffene im Wetteraukreis sofort medizinisch versorgt und Spuren so dokumentiert werden, dass sie vor Gericht verwendet werden können. Die Spuren werden für ein Jahr anonymisiert aufbewahrt.
Darüber hinaus besteht für Frauen und Mädchen das Angebot einer psychosozialen Begleitung durch den Frauen-Notruf Wetterau e.V. Betroffene Männer und Jungen können an entsprechende Fachstellen weitergeleitet werden.
Mit der „Soforthilfe nach Vergewaltigung“ ist es gelungen, dass Betroffenen einer schweren Straftat ein kompetentes Netzwerk zur Verfügung steht.
Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, dieses Angebot im Wetteraukreis aufzubauen.
Weitere Informationen zur Akutversorgung finden Sie hier.

Die Pressemitteilung zum Start der medizinischen Akutversorgung hier als PDF.