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Familienrechtliche Erstberatung im Frauen-Notruf Wetterau

Frauennotruf Wetterau

Die Rechtsanwältin Fabienne Metz aus Bad Nauheim bietet in Kooperation mit dem Frauen-Notruf Wetterau e. V. eine familienrechtliche Erstberatung an. Der nächste Termin ist am Donnerstag, den 13. Juni 2024 von 9.30 bis 12.30 Uhr. Es können rechtliche Fragen zu den Themen Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz besprochen werden. Es kann geklärt werden, welche Unterlagen benötigt werden, und erste Hilfestellungen können in diesem Gespräch erarbeitet werden.
Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauen-Notruf Wetterau um vorherige Anmeldung per Tel.: 06043 4471 oder per Mail: info@frauennotruf-wetterau.de
Die juristische Erstberatung kostet € 10,- und findet im Frauen-Notruf Wetterau e.V., Hinter dem Brauhaus 9, 63667 Nidda statt. Alle kommenden Termine finden Sie HIER.

Noch freie Plätze beim Kundalini-Yoga in Nidda

Frauennotruf Wetterau

Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. bietet in Kooperation mit der erfahrenen Yogalehrerin Christa Mansky (3HO) einen Kundalini-Yoga-Kurs an. Dieser findet immer donnerstags von 18:00 bis 19:30 Uhr im Alten Kino in Nidda statt (Bahnhofstraße 7). Der nächste Termin ist der 23.05.2024.

Kundalini-Yoga ist bekannt dafür, Lebensfreude zu wecken und das eigene Potential zu erweitern. Durch einfach zu erlernende, dynamische Körperübungen, Tiefenentspannung und Meditation werden Körper, Geist und Seele gleichermaßen angesprochen. Der Kurs ist sowohl für Anfängerinnen als auch Fortgeschrittene geeignet und bietet die Möglichkeit, jederzeit einzusteigen.

Interessierte können sich bei Christa Mansky unter Tel. 06035 – 9687960 oder per E-Mail an Christa.mansky@web.de anmelden.

Benefizkonzert zugunsten des Frauen-Notrufs Wetterau e. V.

Frauennotruf Wetterau

Pfingstkonzert von BUND und NABU Altenstadt zugunsten des Frauen-Notrufs Wetterau

Die Altenstädter Umwelt- und Naturschutzverbände BUND und NABU laden wieder ein zum traditionellen Benefizkonzert an Pfingsten. Es findet in diesem Jahr am Sonntag, 19. Mai 2024 um 17:00 Uhr in der kath. St. Andreas-Kirche, Fritz-Kress-Str. 7 in Altenstadt statt.

Es ist durch die Vorbereitung der Musikerin Dorothee Warns-Ventulett gelungen, ein sehr vielfältiges Programm zusammenzustellen. Es wird ein musikalisch „farbenreiches“ Konzert mit Werken aus dem Barock sowie der spätromantischen und impressionistischem Epoche. Den Auftakt machen die beiden Harfenistinnen Qui Han und Mélie Leneutre, die sich bei sechs Musikstücken an der Harfe abwechseln. Beide haben schon zahlreiche Preise erhalten und mit großen Philharmonien gespielt. Nach einer Pause folgt ein Trio des Komponisten Josef Rheinberger für Violine (Jefimija Brajovic), Violoncello (Corinna Schmitz) und Orgel (Irmgard Heiden).

Der Eintritt ist frei. Spenden sind herzlich willkommen. Dr. Werner Neumann, der für den BUND Altenstadt das Konzert organisiert, wies daraufhin, dass nachdem in den letzten Jahren Spenden für Opfer von Katastrophen gesammelt wurden, in diesem Jahr wieder die Unterstützung einer Organisation in der Wetterau im Zentrum steht.

Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. hat eine Beratungsstelle in Nidda und hilft Frauen, Mädchen und Trans-Personen ab 16 Jahren, wenn diese Gewalt in der Familie oder von außen erfahren haben. Das Problem und der Hilfebedarf sind groß, denn im Durchschnitt erlebt bundesweit etwa alle zwei Stunde eine Frau sexualisierte Gewalt durch ihren (Ex-)Partner, bundesweit gibt es jährlich über 126.000 weibliche Opfer häuslicher Gewalt. Der Frauen-Notruf Wetterau hilft nicht nur in Notfällen, sondern bietet auch ein breites Spektrum von Präventionsangeboten an.

Pressemitteilung des Veranstalters

Informationskampagne zu Hilfen nach sexualisierter Gewalt - Unterstützer und Unterstützerinnen gesucht

Frauennotruf Wetterau

Schwierige Themen finden oft nur mühsam den Weg in die Öffentlichkeit, dazu gehört zweifellos auch das Thema “Vergewaltigung”. Seit 2021 engagiert sich jedoch eine Arbeitsgruppe im Wetteraukreis aktiv darin, regelmäßig über Hilfen nach einer Vergewaltigung zu informieren.

Konkret handelt es sich dabei um das Angebot der Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung, auf das aufmerksam gemacht werden soll. Dieses Angebot ermöglicht Frauen, Männern und auch Jugendlichen eine vertrauliche medizinische Versorgung nach sexualisierter Gewalt (zum Beispiel auch bei einer versuchten Vergewaltigung) ohne dass automatisch die Polizei informiert wird. Die Versorgung erfolgt im Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim. Die Betroffenen können zudem Spuren sichern lassen, die anonymisiert für ein Jahr in der Rechtsmedizin in Gießen aufbewahrt und im Fall einer Strafanzeige ausgewertet werden. Zudem bietet der Frauen-Notruf Wetterau e. V. psychosoziale Beratung für betroffene Frauen, Mädchen und Trans ab 16 Jahren an.

Dieses wichtige Angebot ist jedoch vielen nicht bekannt. In 2023 haben sich zwei Frauen selbstständig an das Hochwaldkrankenhaus gewandt, um das Angebot in Anspruch zu nehmen. In 2022 waren es fünf Frauen. Die Mehrheit der Betroffenen wird über die Polizei an das Krankenhaus weitergeleitet (9 Frauen in 2023, 14 Frauen in 2022), wenn diese nach der Tat Anzeige erstatten. Die Anzahl Betroffener von sexualisierter Gewalt, die sich keine medizinische Hilfe holen, dürfte weitaus höher liegen. Dies deckt sich mit den Erfahrungen des Frauen-Notrufs Wetterau e. V.. In der Beratung sind immer wieder Klientinnen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, sich aber aus Angst, Scham oder Unwissen nicht medizinisch versorgen lassen.

Genau dort setzt die neue Informations- und Sensibilisierungskampagne an. Auf Plakaten werden Vorurteile aufgegriffen, mit denen Betroffene immer noch konfrontiert werden und die ihnen das Gefühl geben, mitverantwortlich zu sein oder übertrieben zu reagieren. Oft sind es Bemerkungen über die getragene Kleidung oder ihr Verhalten. Dem wird mit einem klaren Statement entgegengetreten – „Es war eine Vergewaltigung“. Auf bauzaungroßen Bannern wird zudem das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper hervorgehoben, dass durch Übergriffe verletzt wird („Über Deinen Körper bestimmst nur Du!“).

Einige Plakate und Banner hängen schon in der Wetterau. Die Arbeitsgruppe hofft jedoch, dass sich noch viel mehr Gemeinden und Städte, aber auch Vereine, Firmen und Gastronomie an der Kampagne beteiligen werden. Die Banner (230×160 cm) und Plakate (DIN A4-Format) können kostenlos beim Frauen-Notruf Wetterau e. V. bestellt werden: per E-Mail an info@frauennotruf-wetterau.de oder telefonisch unter 06043 4471.

Hinter der Kampagne stehen der Frauen-Notruf Wetterau e. V., der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises, die Opferschutzkoordinatorin der Polizei Wetterau und die externe Frauenbeauftragte der Stadt Bad Nauheim. Die Kampagne wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales und den Wetteraukreis.

Pressemitteilung vom 22.04.2024

Familienrechtliche Erstberatung im Frauen-Notruf Wetterau

Frauennotruf Wetterau

Die Rechtsanwältin Fabienne Metz aus Bad Nauheim bietet in Kooperation mit dem Frauen-Notruf Wetterau e. V. eine familienrechtliche Erstberatung an. Der nächste Termin ist am Donnerstag, den 16. Mai 2024 von 9.30 bis 12.30 Uhr. Es können rechtliche Fragen zu den Themen Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz besprochen werden. Es kann geklärt werden, welche Unterlagen benötigt werden, und erste Hilfestellungen können in diesem Gespräch erarbeitet werden.
Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauen-Notruf Wetterau um vorherige Anmeldung per Tel.: 06043 4471 oder per Mail: info@frauennotruf-wetterau.de
Die juristische Erstberatung kostet € 10,- und findet im Frauen-Notruf Wetterau e.V., Hinter dem Brauhaus 9, 63667 Nidda statt. Alle kommenden Termine finden Sie HIER.

Vereinsvoting VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen

Frauennotruf Wetterau

Wir freuen uns über jede Stimme! 🫶

Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. nimmt am Vereinsvoting der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen teil. Mit eurer Stimme für unseren Verein unterstützt ihr die Herstellung einer neuen Broschüre zu dem Thema Häusliche Gewalt im Bezug auf Kinder und Jugendliche.

Abgestimmt werden kann vom 15.4-6.5. auf der Internetseite der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen. Mehr Infos und die Abstimmung findet ihr hier.

Leseempfehlung

Frauennotruf Wetterau

Femizid: Wenn sich der Mann das Recht nimmt, die Frau zu töten

Ute Günther und Mareen Hechler über Opferhilfe und Ursachen von Gewalt gegen Frauen, die all zu oft im Femizid gipfelt. Ein Interview.

Erst in jüngster Vergangenheit wurden wieder zwei Frauen im Rhein-Main-Gebiet zu Opfern der brutalen Gewalt ihrer (Ex)-Partner. Eine Kassiererin in Mörfelden-Walldorf wurde im Supermarkt erschossen. Eine Frau in Ober-Ramstadt bei Darmstadt wurde auf offener Straße mit einer Axt angegriffen und schwer verletzt. Pro Familia und die Akteur:innen des Netzwerks Gewaltschutz der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg wollen Betroffenen helfen, bevor die Situation eskaliert. Gleichzeitig wollen sie zeigen, dass es sich bei Gewalt gegen Frauen um ein strukturelles Problem handelt.

Frau Günther, Frau Hechler, die Art, wie Medien berichten, halten Sie dabei für sehr wichtig. Warum?

Ute Günther: Untersuchungen zeigen, dass Betroffene, die nach dem Thema googeln, oftmals zuerst auf Presseberichte zu Fällen stoßen. Deshalb ist es enorm wichtig, dass die professionellen Fachberatungsstellen als Hilfsangebote in den Artikeln genannt werden und nicht nur Selbsthilfegruppen und Anlaufstellen, die womöglich äußern, dass die Polizei doch nicht kommt, wenn man sie ruft. Weil das die Betroffenen sehr verunsichern kann und vom Aufsuchen professioneller Hilfe eher abhält.

Wie sehen die professionellen Hilfsangebote aus?

Mareen Hechler: Das Netzwerk Gewaltschutz arbeitet stadt- und landkreisübergreifend. Dort sind die wichtigsten Akteure aus dem Gewaltschutz zusammengeschlossen. Von Fachberatungsstellen für Frauen, Frauenhäusern, Kinderschutzbund über Jugendämter, Justiz und Polizei. Das kommunale Hilfesystem ist sehr effektiv aufgestellt.

Günther: Das Polizeipräsidium Südhessen arbeitet mit einer eigenen Taskforce aktiv im Netzwerk mit. Wir versuchen dem entgegenzuwirken, dass immer gesagt wird: „Ach, die tun ja eh nichts.“ Wir sind in Austausch mit allen Beteiligten und informieren über unsere Angebote, damit Betroffene auch zu uns überwiesen werden können.

Die erschossene Aldi-Mitarbeiterin hatte die Angst vor ihrem gewalttätigen Ex-Partner geäußert, ihn sogar wegen Körperverletzung angezeigt. Hat hier das Hilfesystem versagt?

Hechler: Ich war sehr betroffen von diesem Mord und habe mich natürlich auch gefragt, ob man dieser Frau hätte helfen können. Von außen kann ich das leider nicht beurteilen. Grundsätzlich ist es aber extrem schwierig, eine Frau davor zu schützen, wenn ein Mann eines Tages, nach einer längeren Zeit der Trennung, beschließt, seine Ex-Partnerin zu ermorden. Daher ist es so wichtig, die strukturellen Ursachen der Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, so dass Männer gar nicht mehr auf die Idee kommen, es stünde ihnen zu, ihrer (Ex-)Partnerin das Leben zu nehmen.

Hätten elektronische Fußfesseln helfen können, wie die hessische Landesregierung sie vorschlägt?

Hechler: Das ist sehr kritisch zu sehen, da die Fußfesseln nur für eine bestimmte Zeit angeordnet werden dürfen. Damit ist den Frauen nicht geholfen. Vielleicht wäre es eine hilfreiche Erfahrung für die Männer, am eigenen Leib zu spüren, dass es nicht in Ordnung ist, was sie tun. Aber den Schutz wirksam zu verstärken? Das sehe ich darin nicht.

Was raten Sie Frauen, die zu Ihnen kommen, weil ihr Mann sie schlägt und sie Angst um ihr Leben haben?

Günther: Die Mitarbeiterinnen der Fachberatungsstellen für Häusliche Gewalt geben eine sehr umfassende Beratung, welche Institutionen es gibt, wo sich Betroffene hinwenden und sich Hilfe holen können.

Wie läuft das konkret ab?

Hechler: In den Fachberatungsstellen nehmen die Berater:innen eine Gefährdungseinschätzung vor. Dafür gibt es einen standardisierten Fragebogen, anhand dessen die Gefährdungslage eingeschätzt wird. Dann wird überlegt, wie weiter vorgegangen wird, welche Schutzmaßnahmen getroffen werden bis hin zu einer Aufnahme in einem Frauenhaus.

Welche Schutzmaßnahmen außer Frauenhaus gibt es denn?

Hechler: Es kann sein, dass eine Betroffene erst mal zu einer Freundin oder zur Verwandtschaft ausweicht. Nicht in jeder Beziehung, in der Gewalt vorkommt, steht eine Todesdrohung im Raum. Viele Beratungsfälle fangen früher an. Es gibt unterschiedliche Stadien von Gewalt in Beziehungen. Im schlimmsten Fall versucht man, die Frau in Sicherheit zu bringen. Die Beratungsstellen und Frauenhäuser unterstützen Frauen mit Kindern dann auch dabei, Kontakt mit dem Jugendamt aufzunehmen, zu klären, wie das mit Schule und Kita funktioniert, oder helfen auch bei der Beantragung von finanziellen Leistungen.

Günther: Es geht um Stärkung und Begleitung der Frauen in diesem Prozess. Jeder Fall ist anders.

Aber die Gewalt ist immer dieselbe?

Günther: Nein. Es gibt nicht nur eine Sorte von Gewalt, es geht nicht immer nur um physische Gewalt, sondern es gibt auch ganz subtile Gewalt.

Wie kann die aussehen?

Günther: Zum Beispiel wenn der Mann sagt: „Wenn du dich trennst, siehst du deine Kinder nicht mehr. Ich werde alles tun, damit du ein schlechtes Leben hast.“ Meistens braucht es auch eine gute Beratung und Begleitung, um die Frau zu stärken, damit sie dem Mann etwas entgegensetzen kann. Es geht manchmal auch darum zu erreichen, dass sich beide gütlich einigen. Und auch nicht jeder Mann schlägt gleich zu oder bringt seine Frau um. Nicht zu unterschätzen ist auch die neu erstarkende Form der digitalen Gewalt, wenn Frauen kontrolliert werden mittels Überwachungs-Apps oder gezielt mit Drohungen im Netz bombardiert werden.

Gewalttätige Beziehungen werden oftmals als toxisch bezeichnet. Wie sehen Sie das?

Günther: In jüngster Zeit fällt der Begriff „Toxische Beziehung“ gerade in den sozialen Netzwerken sehr oft. Der Begriff kommt aus dem Bereich der Therapie und Diagnostik. Er bezeichnet aber eine pathologische, also krankhafte, Beziehung. Wir sprechen dagegen lieber von struktureller Gewalt gegen Frauen, bei der Männer versuchen, Frauen zu unterdrücken, sie klein zu halten und zu dominieren. Das ist per se erst mal keine toxische Gewalt.

Was ist die Ursache dieser strukturellen Gewalt gegen Frauen?

Günther: Untersuchungen zeigen, dass Männer zu einem Großteil in Beziehungen sehr dominant sind und dazu neigen, Gewalt, auch psychische Gewalt, auszuüben. Das kann sehr subtil sein. Und trotzdem würde ich davon abraten, immer alles gleich als toxisch zu bezeichnen, und lieber genau hinschauen und differenzieren: Auch das kann Bestandteil von einer professionellen Beratung sein.

Es herrscht weiterhin ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern …

Hechler: Jungen lernen schon im Kindergarten, dass sie sich bei Konflikten mit körperlicher Gewalt verteidigen dürfen, während Mädchen brav und lieb sein sollen. Dieses Kämpferische, sich durchzusetzen, sich Respekt zu verschaffen, spielt für Jungen und Männer eine ganz andere Rolle. Gleichzeitig begegnen wir in unserer Gesellschaft an allen Orten einer Abwertung von Frauen. Im Kleinen wie im Großen. Jeder kennt sexistische Witze. Mädchen sind Schlampen und Jungs sind Machos …

Günther: Das zeigt sich auch im politischen Bereich. Gerade im Augenblick ist es allgegenwärtig, dass man von Alphamännern spricht und Männer Eier in der Hose haben müssen. Dazu findet man viele Verweise in den sozialen Medien, in denen dies von Influencern aus Politik und Gesellschaft propagiert wird. Das traditionelle Männlichkeitsbild erlebt eine Renaissance.

Und solche Rollenbilder können zu Gewalt führen?

Hechler: Mann und Frau sind in unserer Gesellschaft nicht gleichberechtigt. Bei häuslicher Gewalt geht es immer um Macht und Kontrolle. Auch die 2018 in Kraft getretene Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt besagt, dass fehlende Gleichstellung die Ursache für Gewalt ist. Männer haben gelernt, dass Gewalt ein probates Mittel ist, um sich durchzusetzen, Frauen lernen sich unterzuordnen. Wir haben immer noch die Rollenstereotypen der dominante und erfolgreiche Mann und die liebevoll versorgende Frau. Diese Rollenbilder tragen dazu bei, dass es ein Ungleichgewicht in Beziehungen gibt. Wenn es dann zu Konflikten kommt, fühlt sich der Mann unter Umständen in seiner Ehre gekränkt, in seiner Männlichkeit verletzt und sorgt womöglich auch mit Gewalt dafür, dass die Frau in ihrer defensiven Rolle der Unterwürfigen bleibt. Das kann so weit gehen, dass sie denkt, sie hat es verdient.

Und das kann im Femizid gipfeln?

Hechler: Im schlimmsten Fall, ja.

Günther: Das geht so weit, dass ein Mann denkt, die Frau gehört zu ihm und wenn sie ihn verlässt, ist er so verletzt, dass er sich das Recht herausnimmt, ihr das Leben zu nehmen.

Hechler: Gerade eine Trennung ist der gefährlichste Zeitpunkt.

Sie stören sich an Begriffen wie Familiendrama oder Beziehungstat, die oftmals in der Presse kursieren. Warum?

Günther: Wenn ein solcher Mord in der Presse als Familiendrama bezeichnet wird, dann wertet dies die Tat ab. Womöglich kommt der Gedanke auf, die Frau sei selbst schuld gewesen. Die Fälle, in denen ein Mann seine Partnerin tötet, müssen ganz klar als Femizid bezeichnet werden. Denn hier hat ein Mann seine Stellung missbraucht, um seiner (Ex-)Partnerin Gewalt anzutun bis zum Tode. Das ist keine Beziehungstat – dieser Begriff wirkt fast entschuldigend nach dem Motto: Was hätte der Mann denn tun sollen? Die Frau hat ihn sicher provoziert, er wusste nicht mehr weiter, ist verzweifelt. All das ist keine Entschuldigung für solch eine Gewalttat.

Was macht einen Mord zum Femizid?

Hechler: Der Punkt ist, dass ein Mann sich das Recht herausnimmt, eine Frau zu töten. Das ist es, was eine Tat zum Femizid macht.

Solche Männer würden zum Beispiel im Streit keinen anderen Mann – etwa den besten Freund – töten?

Günther: Natürlich kann man das nicht verallgemeinernd sagen. Aber nach allem, was wir aus unserer langjährigen Beratungstätigkeit wissen, gibt es diese Gewaltbereitschaft vor allem bei Männern, die, wenn sie sich verletzt fühlen, bis zur Todesgewalt neigen. Bei einem Femizid ist die Botschaft: Du gehörst zu mir und ich kann dich aufgrund meiner Rolle – als Mann – verletzen und sogar töten. Ein derartiges Machtverhältnis ist bei Männerfreundschaften nicht vorhanden.

Aber so weit muss es nicht kommen?

Günther: Nein. Bevor es so weit kommt, gibt es Beratungsmöglichkeiten. Und ich kann nur jedem raten, sich frühzeitig Hilfe zu holen. Niemand muss sich deshalb schämen. Wir bieten nicht nur Beratung für Frauen an, sondern auch für Männer, die gewalttätig geworden sind. Hier kann in einem geschützten Rahmen mit einem Fachberater gesprochen werden und daran gearbeitet werden, Wege aus der Gewaltspirale zu finden.

Der Axt-Täter in Ober-Ramstadt war ein Albaner, der Schütze in Mörfelden-Walldorf kam aus Bulgarien. Ist die Gewaltbereitschaft gegen Frauen in manchen Kulturen stärker verbreitet?

Hechler: Nein. Laut Datenlage kann es jede treffen, unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialer Stellung. Der Professor kann genauso wie der Feuerwehrmann zum Täter werden, der Deutsche genauso wie der Albaner. Es lässt sich nicht auf bestimmte Männergruppen einengen.

Wie sollte das Umfeld reagieren? Manche befürchten vielleicht, dass die Situation sich verschlimmert, wenn sie die Polizei rufen.

Hechler: Man sollte unbedingt die Polizei rufen, wenn man eine Frau in der Nachbarschaft schreien hört. Die Polizei nimmt vor Ort eine Risikoabschätzung vor. Auch kann sich eine Beratungsstelle dann proaktiv bei der Frau melden. Und bekommt man mit, dass es in einer Beziehung Probleme gibt, ist es auf jeden Fall besser, der Frau die Nummer des Hilfetelefons zuzustecken, als Augen und Ohren zuzumachen.

Frankfurter Rundschau,01.04.2024

Familienrechtliche Erstberatung im Frauen-Notruf

Frauennotruf Wetterau

Die Rechtsanwältin Fabienne Metz aus Bad Nauheim bietet in Kooperation mit dem Frauen-Notruf Wetterau e. V. eine familienrechtliche Erstberatung an. Der nächste Termin ist am Donnerstag, den 18. April 2024 von 9.30 bis 12.30 Uhr. Es können rechtliche Fragen zu den Themen Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz besprochen werden. Es kann geklärt werden, welche Unterlagen benötigt werden, und erste Hilfestellungen können in diesem Gespräch erarbeitet werden.
Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauen-Notruf Wetterau um vorherige Anmeldung per Tel.: 06043 4471 oder per Mail: info@frauennotruf-wetterau.de
Die juristische Erstberatung kostet € 10,- und findet im Frauen-Notruf Wetterau e.V., Hinter dem Brauhaus 9, 63667 Nidda statt. Alle kommenden Termine finden Sie HIER.

Wir wünschen schöne Feiertage!

Frauennotruf Wetterau

Wir wünschen Allen die feiern frohe Ostertage und allen Anderen eine erholsame Zeit! 💐

Vom 29.03.-01.04. sind wir in den Feiertagen und somit nicht erreichbar.
Wir sind ab dem 02.04 wieder zu unseren normalen Öffnungszeiten erreichbar.

Auch über Feiertage erleben Frauen, Mädchen und Trans Gewalt.
In Notfällen sind folgende Anlaufstellen erreichar:

- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 116 016 (in 18 verschiedenen Sprachen)
- Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung im Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim 06032 7021207/ Notaufnahme 06032 7022408
- Telefonseelsorge 0800 1110111

In akuten Notfällen bitte die Polizei unter 110 anrufen.

Rückblick Frauenkino Lumos

Frauennotruf Wetterau

Rückblick 06.03.2024 Lumos Kino Nidda

Mit Hinblick auf den 08.03., welcher der internationale Frauentag/Feministische Kampftag ist, waren wir am 06.03. im Lumos Kino in Nidda vor Ort. Dort findet einmal im Monat ein Frauenkino statt, in dessen Rahmen wir an die Besucherinnen Infoflyer sowie rote Nelken verteilt haben.

Blumen am Weltfrauentag zu verschenken wird vermehrt kritisch betrachtet, da sie oft als Besänftigung für vorherrschende Misstände und somit als unangebracht wahrgenommen werden. Besonders kritisch wird das Verschenken von Blumen von Männern oder Führungspersonal betrachtet.

Der internationale Frauentag fand seinen Ursprung in der feministischen Arbeiterinnenbewegung im 19.Jahrhundert. Damals protestierten die Frauen unter anderem für das Frauenwahlrecht und die Emanzipation. Rote Nelken wurden als Zeichen der Solidarität und der Zugehörigkeit der Demonstrantinnen am Revers getragen.

Neben dem Feiern der bisherigen Erfolge der Frauenrechtsbewegung geht es am 08.03. auch um den weiteren Kampf zur vollständigen Geschlechtergleichstellung. Patriarchiale Strukturen sind immernoch tief verankert und Gleichberechtigung in vielen Bereichen noch nicht gegeben.

Wir hoffen, dass wir mit dem niedrigschwelligen Verschenken der Nelken und unserer Flyer auf Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Trans sowie unsere Beratungs- und Interventionsstelle weiter aufmerksam machen konnten!

Rückblick Wendo Kurs

Frauennotruf Wetterau

Selbstbewusst mit Körper und Stimme

Vom energischen „Nein, lassen Sie mich in Ruhe“ bis zum Zerteilen eines Bretts mit bloßen Händen, beim Wendo-Kurs in Nidda am 02. März haben die Teilnehmerinnen viele neue Erfahrungen dazugewonnen. Vierzehn Frauen zwischen 15 und 85 Jahren nahmen an dem Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurs teil, den der Frauen-Notruf Wetterau e. V. anlässlich des Internationalen Frauentages organisiert hatte.

In fünf Stunden lernten die Frauen ihre Körperhaltung und ihre Stimme gezielt einzusetzen, um ihren Standpunkt gegenüber aufdringlichen Mitmenschen selbstbewusst zu vertreten. In verschiedenen Rollenspielen, wie das Angesprochen werden beim Warten an der Haltestelle, konnten die Teilnehmerinnen ihr Auftreten erproben. Dabei haben alle schon Erfahrungen machen müssen, in denen sie sich behaupten mussten oder gern ein lautes „Nein“ geäußert hätten.

Neben Übungen zur Selbstbehauptung zeigte die Trainerin auch Techniken zur Selbstverteidigung, die in übergriffigen Situationen hilfreich sein können. Da der Kurs bewusst auch für Frauen mit Beeinträchtigung ausgeschrieben war, orientierte sich die Trainerin an den Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmerinnen und stärkte auch das Bewusstsein dafür, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen.

Um möglichst vielen Frauen eine Teilnahme zu ermöglichen wurde der Kurs kostenlos angeboten. Dies wurde durch eine Förderung der Partnerschaft für Demokratie “Nidda lebt Demokratie!” aus dem Programm „Demokratie Leben!“ des Bundesfamilienministeriums ermöglicht.

Internationaler Frauentag

Frauennotruf Wetterau

📣 Heute, am 8.3., ist internationaler Frauentag, welcher auch feministischer Kampftag genannt wird. Wir nutzen diesen Tag, nicht nur um die Erfolge der Frauenrechtsbewegung im Kampf um das Frauenwahlrecht, die Emanzipation und die Gleichberechtigung zu feiern, sondern auch um zeitgleich weiter zu kämpfen und laut zu werden.

Wir kämpfen weiter für die vollständige Gleichstellung der Geschlechter. Sexismus und patriarchale Strukturen sind tief in unserer Gesellschaft verankert. Wir stehen solidarisch mit Allen, die unter dieser Gewalt leiden. Ein Tag im Jahr reicht nicht aus, um das Leiden und die Gewalterfahrungen so vieler Menschen zu thematisieren. Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Trans muss bekämpft und beendigt werden.

Wir, das Team vom Frauen-Notruf Wetterau e.V., setzen uns nicht nur heute, sondern jeden Tag für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen und Trans ein. Wir fordern gleiche Chancen und gleiche Rechte für Alle.
Setzen Sie sich mit uns dafür ein- nicht nur heute sondern jeden Tag!

Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag

Frauennotruf Wetterau

Am 8. März ist Internationaler Weltfrauentag. Auch dieses Jahr gibt es diverse Veranstaltungen, um auf Frauenrechte, Gleichstellung und Gewaltschutz aufmerksam zu machen.
Hier sehen Sie einige unserer anstehenden Termine rund um den 8.3.. Mehr Infos finden Sie bei den jeweiligen Veranstalter*innen.

- 6.3. ab 17.45 Uhr im Lumos Kino in Nidda: Infostand zum Frauenkino mit Infomaterialien und roten Nelken für die Besucher*innen
- 8.3. ab 18 Uhr in Bad Nauheim im Jugendhaus Alte Feuerwache: Infostände, Livemusik, Karaoke und Poetry-Slam
- 9.3. um 11 Uhr in Nidda: Brunch der Frauenorganisation der Ahmadiyya Gemeinde Nidda unter dem Motto “Frauen für Frieden”
- 9.3. um 9.30 Uhr in Bad Vilbel: Veranstaltung Wetterauer Mutmacherinnen mit Impulsen und Austausch rund um Female Empowerment

Wir würden uns freuen, Sie auch dort zu sehen! 💜

Fortbildung: Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung

Frauennotruf Wetterau

Wir haben einen Veranstaltungshinweis: am 24.04.2024 findet in Frankfurt eine ärztliche Fortbildung zu der Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung statt.

Die ärztliche Fortbildung im hybriden Format, richtet sich an Teilnehmende aus Ärzteschaft, Pflege, Gesundheitswesen, Beratungsstellen, Polizei, Verwaltung und Politik.

Veranstalterin: Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt am Main
Veranstaltungsort: Haus am Dom, Frankfurt am Main
Termin: Mittwoch, 24.04.2024, 9:30 – 16:30 h

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine verbindliche Online-Anmeldung ist bis zum 16.04.2024 erforderlich. Ene Teilnahme ist vor Ort oder online möglich.

Weitere Informationen sowie die Online-Anmeldung sind hier zu finden.

Inklusiver und kostenloser Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurs für Frauen

Frauennotruf Wetterau

Anlässlich des Weltfrauentages bietet der Frauen-Notruf Wetterau e. V. am Samstag, den 02. März, einen kostenlosen, inklusiven Wendo-Kurs für Frauen an. Eingeladen sind Frauen ab 16 Jahren mit und ohne Beeinträchtigung, die ihre Fähigkeiten zur Selbstbehauptung ausbauen und einfache Techniken zur Selbstverteidigung erlernen möchten. Hinter „Wendo“ steckt ein speziell entwickeltes Konzept, das Frauen und Mädchen befähigt sich in bedrohlichen Situationen zur Wehr zu setzen und sich zu schützen. Vorkenntnisse werden nicht benötigt, da sich der Kurs an den individuellen Fähigkeiten der Teilnehmerinnen orientiert.
Da die Teilnehmerinnenzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten (Telefon: 06043 4471, E-Mail: info@frauennotruf-wetterau.de).
Der Kurs beginnt um 10 Uhr und endet gegen 15 Uhr, Veranstaltungsort ist der Kleine Saal im Bürgerhaus in Nidda (Hinter dem Brauhaus 15 in 63667 Nidda).
Die Veranstaltung wird durch eine Förderung der Partnerschaft für Demokratie “Nidda lebt Demokratie!” aus dem Programm „Demokratie Leben!“ des Bundesfamilienministeriums ermöglicht.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

Familienrechtliche Erstberatung im Frauen-Notruf

Frauennotruf Wetterau

Die Rechtsanwältin Fabienne Metz aus Bad Nauheim bietet in Kooperation mit dem Frauen-Notruf Wetterau e. V. eine familienrechtliche Erstberatung an. Der nächste Termin ist am Donnerstag, den 14. März 2024 von 9.30 bis 12.30 Uhr. Es können rechtliche Fragen zu den Themen Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz besprochen werden. Es kann geklärt werden, welche Unterlagen benötigt werden, und erste Hilfestellungen können in diesem Gespräch erarbeitet werden.
Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauen-Notruf Wetterau um vorherige Anmeldung per Tel.: 06043 4471 oder per Mail: info@frauennotruf-wetterau.de
Die juristische Erstberatung kostet € 10,- und findet im Frauen-Notruf Wetterau e.V., Hinter dem Brauhaus 9, 63667 Nidda statt. Alle kommenden Termine finden Sie HIER.

Fortbildungsreihe Mediekompetenz für Eltern

Frauennotruf Wetterau

Digitale Medien nehmen immer mehr an Bedeutung zu. Somit birgen sie jedoch insbesondere für Kinder auch Risiken.

Um Hilfestellungen für einen sicheren Umgang zu geben, bietet der Wettterauer Kreispräventionsrat die Fortbildungsreihe Medienkompetenz nun auch für Eltern an. Unsere Präventionsfachkraft Julia-Katharina Wintermeyer ist Teil der Module 2 und 4.

Einige Module haben noch freie Plätze.
Den kompletten Flyer und weitere Informationen sind auf der Homepage vom Wetteraukreis zu finden.
Homepage Wetteraukreis

Familienrechtliche Erstberatung im Frauen-Notruf

Frauennotruf Wetterau

Die Rechtsanwältin Fabienne Metz aus Bad Nauheim bietet in Kooperation mit dem Frauen-Notruf Wetterau e. V. eine familienrechtliche Erstberatung an. Der nächste Termin ist am Donnerstag, den 08. Februar 2024 von 9.30 bis 12.30 Uhr. Es können rechtliche Fragen zu den Themen Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz besprochen werden. Es kann geklärt werden, welche Unterlagen benötigt werden, und erste Hilfestellungen können in diesem Gespräch erarbeitet werden.
Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauen-Notruf Wetterau um vorherige Anmeldung per Tel.: 06043 4471 oder per Mail: info@frauennotruf-wetterau.de
Die juristische Erstberatung kostet € 10,- und findet im Frauen-Notruf Wetterau e.V., Hinter dem Brauhaus 9, 63667 Nidda statt. Alle kommenden Termine in 2024 finden Sie HIER.

Plakatkampagne zu Hilfsangeboten nach sexualisierter Gewalt

Frauennotruf Wetterau

Wetteraukreis (red). Betroffene über Hilfsangebote informieren und die Öffentlichkeit zum Nachdenken anregen – das sind die Ziele der Kampagne »Es war eine Vergewaltigung«. Auf zwei markanten Plakaten machen die Herausgeberinnen deutlich, dass es keine Rechtfertigung für sexualisierte Gewalt gibt und die Schuld ausschließlich bei den Tätern liegt – nicht bei den Betroffenen.

Im geschützten Raum mit QR-Code

Seit Mitte Dezember hängen in 30 Lokalen in der Wetterau die Plakate im Damen-Sanitärbereich. »Wir haben uns im ersten Schritt für diese Plattform entschieden, da es ein geschützter Raum ist. So können die Frauen die Texte lesen und den QR-Code scannen, ohne sich für ihr Interesse an diesem Thema rechtfertigen zu müssen«, erklärt Judith Pollesch, Opferschutzkoordinatorin der Polizeidirektion Wetterau. Sie ist Teil einer Arbeitsgruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Angebot der medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung bekannt zu machen und über Vergewaltigungsmythen aufzuklären.

»Vergewaltigungsmythen sind falsche und auch gefährliche Vorstellungen über Vergewaltigungen, die in der Gesellschaft leider weit verbreitet sind. Gefährlich deshalb, weil sie Täter entlasten und Betroffenen eine Mitschuld zuweisen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass Betroffene schweigen und Täter nicht oder nur sehr mild bestraft werden«, führt Claudia Taphorn vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises aus. Christa Mansky vom Frauen-Notruf Wetterau ergänzt, dass sich das öffentliche Bewusstsein über geschlechtsspezifische Gewalt zwar zum Positiven geändert hat, aber Mädchen und Frauen häufig noch immer nicht geglaubt wird und Übergriffe verharmlost werden.

Die Plakate sollen zudem in öffentlichen Einrichtungen aufgehängt werden. Das ist Patricia Mayer, ehemalige Frauenbeauftragte der Stadt Bad Nauheim, wichtig. Sie betont: »Das Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim ist die einzige Anlaufstelle im Kreis für das Angebot der medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung.« Die Plakate verweisen zusätzlich auf den Frauen-Notruf Wetterau. Dort erhalten Frauen, Mädchen und Trans vertraulich psychosoziale Beratung und Unterstützung nach Gewalterfahrungen.

Erfahrungen aus Beratungsarbeit

Die Plakatkampagne wurde mit finanzieller Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration realisiert. »Wir freuen uns, dass die Kampagne noch im Dezember starten konnte. Auch wenn die Weihnachtszeit für die meisten Menschen eine friedliche Zeit ist, müssen wir leider aus Erfahrung sagen, dass die Hilfsangebote auch rund um Weihnachten genutzt werden«, ergänzt Anne Hantschel vom Frauen-Notruf die Erfahrungen aus der Beratungsarbeit.

Interessierte Personen oder Einrichtungen, die die Plakate aufhängen möchten, erhalten beim Frauen-Notruf Wetterau nähere Informationen. Die Mitarbeiterinnen sind per E-Mail an info@frauennotruf- wetterau.de sowie unter der Telefonnummer 06043/4471 erreichbar.

Auf dem Foto von rechts: Claudia Taphorn, Patricia Mayer, Anne Hantschel, Judith Pollesch und Christa Mansky.

Wetterauer Zeitung, 15.01.2024

Familienrechtliche Erstberatung im Frauen-Notruf

Frauennotruf Wetterau

Die Rechtsanwältin Fabienne Metz aus Bad Nauheim bietet in Kooperation mit dem Frauen-Notruf Wetterau e. V. eine familienrechtliche Erstberatung an. Der nächste Termin ist am Mittwoch, den 17. Januar 2024 von 9.30 bis 12.30 Uhr. Es können rechtliche Fragen zu den Themen Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz besprochen werden. Es kann geklärt werden, welche Unterlagen benötigt werden, und erste Hilfestellungen können in diesem Gespräch erarbeitet werden. Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauen-Notruf Wetterau um vorherige Anmeldung per Tel.: 06043 4471 oder per Mail: info@frauennotruf-wetterau.de Die juristische Erstberatung kostet € 10,- und findet im Frauen-Notruf Wetterau e.V., Hinter dem Brauhaus 9, 63667 Nidda statt. Alle kommenden Termine in 2024 finden Sie HIER

Schnell handeln nach der Tat

Frauennotruf Wetterau

Bad Nauheim, 04.12.2023 (pm). Vor 10 Jahren wurde das wichtige Angebot der „Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung“ vom Frauennotruf Frankfurt ins Leben gerufen. Was 2013 als Modellprojekt begann, erstreckt sich mittlerweile auf 36 Krankenhäuser bundesweit. Das Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim ist seit 2015 Teil der Initiative.

Zum Ausdruck ihrer Dankbarkeit überreichten die Mitarbeiterinnen des Frauen-Notrufs Wetterau e.V. und ihre Kooperationspartnerinnen vom Wetteraukreis, der Polizei und der Stadt Bad Nauheim dem Team der Gynäkologie des Gesundheitszentrums Wetterau am Hochwaldkrankenhaus eine Jubiläumstorte, um dessen herausragendes Engagement zu würdigen.
Einleitend bedankte sich Herr Bürgermeister Kreß bei allen Beteiligten und hob die Wichtigkeit der medizinischen Soforthilfe hervor. „Ich bin stolz darauf, dass das Hochwaldkrankenhaus sich einer so bedeutungsvollen Arbeit zusätzlich zu deren generellen hohen Belastung annimmt.“
Christa Mansky von der Beratungsstelle Frauen-Notruf Wetterau e.V. erläuterte den Grundgedanken der Initiative und betonte: “Nach einer Vergewaltigung brauchen Betroffene neben der psychischen Unterstützung einen schnellen und unbürokratischen Zugang zur medizinischen Versorgung – ohne dass dabei eine Anzeige bei der Polizei erfolgen muss. Dies gewährleistet das Angebot der medizinischen Soforthilfe.”

In einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit weiteren Unterstützerinnen setzte sich der Frauen-Notruf Wetterau dafür ein, die medizinische Soforthilfe auch am Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim einzurichten. Seit 2015 erhalten betroffene Frauen, Männer und Jugendliche neben der medizinischen Versorgung optional auch eine Spurensicherung, unabhängig von einer polizeilichen Anzeige. Die Befunde werden für ein Jahr bei der Gerichtsmedizin in Gießen geschützt aufbewahrt, sodass genügend Zeit bleibt eine Anzeige zu erwägen.
Der Frauen-Notruf organisiert die speziellen Spurensicherungs-Kits, sowie regelmäßige Schulungen für Ärzte und medizinisches Personal und gewährleistet so einen professionellen Umgang mit den sensiblen Situationen. Torsten Werner, Leiter der Kriminalpolizei im Wetteraukreis, betont: "Die frühzeitige und professionelle Spurensicherung im Krankenhaus ist die entscheidende Maßnahme, um in einem späteren Ermittlungsverfahren die Täter noch beweissicher überführen zu können und daher auch ein wesentlicher Beitrag, für die Durchsetzung der Ansprüche betroffener Frauen.“

Seine Kollegin Kriminalhauptkommissarin Kirsten Schäfer war von Beginn an dabei und erinnerte sich an den Start des Projekts: “In meiner damaligen Position als Opferschutzkoordinatorin war ich sofort dabei, um dieses Angebot hier aufzubauen.“ Dies gilt auch für das Gesundheitszentrum Wetterau, wie Julia Häberle Assistenzärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Hochwaldkrankenhaus, ergänzt. „Als der Frauen-Notruf Wetterau auf uns zukam und die Inhalte und Ziele des Angebots darlegte, haben wir sofort und mit Überzeugung den Auftrag angenommen.” Seitdem hat sich eine enge und professionelle Zusammenarbeit entwickelt.

Die Öffentlichkeitsarbeit wird seit ein paar Jahren vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration finanziell unterstützt, um das Angebot bekannt zu machen. Dazu kommt seit diesem Jahr eine Förderung durch den Wetteraukreis, die auch Öffentlichkeitsarbeit sowie Materialkosten und Personalkosten für die Koordinierungsstelle abdeckt.

Christa Mansky vom Frauen-Notruf Wetterau e.V. freut sich über die aktuelle Unterstützung: “Wir sind froh, dass der Wetteraukreis seit diesem Jahr das Angebot mit 25.000 € jährlich fördert. Damit steht das Angebot endlich auf sicheren Füßen.”

Die Arbeitsgruppe für Öffentlichkeitsarbeit erhält zusätzliche organisatorische Unterstützung vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises, Judith Pollesch, Opferschutzkoordinatorin der Polizei und der Frauenbeauftragten der Stadt Bad Nauheim, Patricia Mayer. Um die Öffentlichkeit weiterhin auf das Angebot aufmerksam zu machen, werben die Unterstützerinnen regelmäßig mit Plakaten und Bannern. Claudia Taphorn vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit betont die Wichtigkeit: “Es ist wichtig, dass wir immer wieder zeigen, dass es dieses Angebot gibt. Im Notfall sollte jede betroffene Person wissen, wohin sie sich wenden kann.”

Betroffene finden unter www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de einen Handlungsleitfaden sowie die Adressen und Telefonnummern der Kliniken, die dem Versorgungsverbund angeschlossen sind. Die Seite erklärt auch die Unterschiede zwischen einer Untersuchung ohne und mit vertraulicher Spurensicherung. Weitere Auskünfte erteilt die Beratungsstelle Frauen-Notruf Wetterau e. V. (Homepage:www.frauennotruf-wetterau.de, E-Mail: info@frauennotruf-wetterau.de, Telefon: 06043 4471).

Wetterauer Zeitung, 04.01.2024

Ein neues Jahr beginnt...

Frauennotruf Wetterau

Wir wünschen für 2024 neue Möglichkeiten, schöne Momente und ganz viel Freude!

🍀🍀🍀

Wir wünschen einen guten Start ins neue Jahr!

Frauennotruf Wetterau

Wir, das Team vom Frauen-Notruf Wetterau e.V., wünschen einen guten Start ins neue Jahr! 🎉

Wie auch dieses Jahr schon, werden wir uns im Jahr 2024 für die Rechte und den Schutz von Frauen, Mädchen und Trans, welche Gewalt erleben oder erlebt haben einsetzen.

Wir werden uns weiter für die vollumfängliche Umsetzung der Istanbulkonvention stark machen, Workshops und Schulungen geben, Beratungen anbieten, uns vernetzen und Einiges mehr.

Allerdings freuen wir uns auch auf viele neue Projekte in 2024, von denen wir bald mehr berichten!

Wir sind ab dem 02.01.2024 zu unseren normalen Öffnungszeiten wieder erreichbar.

Wir wünschen schöne Feiertage!

Frauennotruf Wetterau

Wir, das Team vom Frauen-Notruf Wetterau e.V., wünschen euch fröhliche und besinnliche Feiertage!

Wir sind uns bewusst, dass nicht alle Menschen die Feiertage genießen können. Gewalt wird auch während Weihnachten und Silvester ausgeübt.

Unsere Öffnungszeiten ändern sich während den Feiertagen.
25-26.12.2023 haben wir geschlossen.
27-29.12 haben wir geöffnet.
Ab dem 02.01.2024 sind wir wieder zu den normalen Öffnungszeiten erreichbar.

In Notfällen sind folgende Anlaufstellen erreichar:
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 116016 (in 18 verschiedenen Sprachen)
- Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung im Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim 06032 7021207/ Notaufnahme 06032 7022408
- Frauen helfen Frauen e.V. (Frauenhaus) 06031 15354
- Telefonseelsorge 0800 1110111

In akuten Notfällen bitte die Polizei unter 110 anrufen.

Zuwendung zum Jahresausklang. Krug'sche Stiftung unterstützt in Nidda wieder vier Hilfs- und soziale Projekte

Frauennotruf Wetterau

Nidda (red). Entsprechend ihrem Stiftungszweck hat die Krug’sche Stiftung in Nidda auch dieses Jahr wieder soziale Projekte von in der Stadt tätigen Vereinen und Organisationen finanziell unterstützt. Die Hilfe für Kinder, sozial Benachteiligte und Gewaltopfer stand dieses Mal im Fokus.

Die Krug’sche Stiftung wurde 1763 durch Testament von Karl Wilhelm Krug zu Nidda gegründet und soll zur Unterstützung von Projekten und Unternehmungen von Vereinen, Schulen kirchlichen Einrichtungen oder städtischen Einrichtungen dienen und bedürftigen Bürgern der Stadt zugute kommen. Der Stiftungsvorstand mit Niddas Bürgermeister Thorsten Eberhard, Stadtverordnetenvorsteherin Adelheid Spruck und Pfarrerin Hanne Allmannsberger hatte sich auch dieses Jahr wieder dafür ausgesprochen, Projekte und soziale Angebote verschiedener Einrichtungen finanziell zu unterstützen.

Die eingeladenen Vertreterinnen und Vertreter der Niddaer Tafel, des Frauennotrufs Wetterau, der Gemeinnützigen Kinderförderungsgesellschaft Harb und der Jugendhilfe Nidda bedankten sich bei der Übergabe für die finanzielle Unterstützung und betonten dabei, wie wichtig dies in Zeiten knapper Kassen ist. Sie gaben einen kurzen Einblick in ihre Arbeit und berichteten, für was die Zuwendungen verwendet werden sollen.

Verwendungszweck wird vorgestellt

So wird der Frauennotruf die zusätzlichen Mittel für den Druck verschiedener Broschüren verwenden, die mehrsprachig aufgelegt werden müssen. Auch die Präventionsarbeit in Schulen kann mit diesen Mitteln weiter vorangetrieben werden. Spielgeräte und neue Schlitten möchte die Gemeinnützige Kinderförderungsgesellschaft von der Zuwendung anschaffen. Die Institution beherbergt vollstationär im Moment 46 Kinder und Jugendliche, teils in der Königsberger Straße, teils in einer Wohngruppe in Eichelsdorf.

Die Jugendhilfe Nidda betreut bereits seit mehr als 30 Jahren Kinder, Jugendliche und ihre Familien in und um Nidda. Derzeit werden etwa 70 Familien mit etwa 130 Kindern ambulant unterstützt und beraten. Außerdem werden in der Tagesgruppe neun Kinder begleitet und in einer Inobhutnahme-Gruppe werden Kinder bis zu einem Alter von sechs Jahren betreut, die aufgrund von Gefährdungen nicht im Haushalt ihrer Eltern bleiben können und zumindest vorübergehend aus der eigenen Familie genommen werden müssen.

In einer Mädchen-Intensiv-Wohngruppe werden Mädchen und junge Frauen im Alter von zwölf bis 22 Jahren begleitet. Sie haben nicht selten massive Traumatisierungen erfahren im Zusammenhang mit Missbrauchs- und Vernachlässigungserlebnissen. Diese Wohngruppe wird demnächst in einen Neubau in Nidda umziehen, wo dann auch Raum für Therapien geschaffen werden wird. Die aus der Krug’schen Stiftung angedachten Mittel will man jetzt dafür nutzen, um neue Einrichtungsgegenstände anzuschaffen.

Weitere Mitglieder sind willkommen

Die Arbeit der Tafel in Nidda wird von etwa 75 ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern bewältigt. Die Aufgaben erstrecken sich von Lieferfahrten über die Warensortierung und -zuordnung sowie Lagerverwaltung bis hin zur Büroarbeit. Derzeit besteht eine Warteliste für 60 Haushalte. Neben der Miete für die Liegenschaft ist das Fahrzeug der größte Kostenfaktor des Vereins. In der Regel ist dies an fünf Wochentagen im Einsatz. Durch die Zuwendung der Krug’schen Stiftung können die höheren Spritpreise aufgefangen werden. Da aktuell ein Rückgang der Sachspenden zu verzeichnen sei, freue man sich über weitere Sachspenden. Natürlich sind auch neue Mitglieder sehr willkommen, die mit ihrem Jahresbeitrag in Höhe von zwölf Euro ebenfalls zur guten Sache beitragen.

Kreis-Anzeiger, 08.12.2023