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Spendenlauf gegen Gewalt an Frauen lockt fast 80 Teilnehmer an

Frauennotruf Wetterau

Der erste Spendenlauf zum Orange Day in Friedberg übertraf alle Erwartungen. Fast 80 Läufer setzten ein starkes Zeichen gegen Gewalt.

Unter dem Motto „Gewalt läuft nicht in der Wetterau“ ist erstmals ein Spendenlauf auf die Beine gestellt worden. Die fünfte Auflage der zentralen Veranstaltung zum Orange Day war in Friedberg terminiert, dies in der Mainzer-Tor-Anlage zwischen der Straße „Am Schützenrain“ und dem Goetheplatz.

Dass das Aktionsbündnis mit dieser Idee richtig lag, zeigte die überraschend große Resonanz, mit der die Veranstalterinnen nicht gerechnet hatten. Fast 80 Anmeldungen gab es für den Spendenlauf. Dazu kamen noch einmal fast so viele Besucher, darunter auch ein dreiköpfiges Team des HR mit Reporterin Maike Tschorn, die live für die Fernsehsendung „Hallo Hessen“ berichtete.

„Diese Veranstaltung ist ein sportliches aber auch ein gesellschaftliches Ereignis“, sagte Simone Mertel vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises in ihrer Begrüßung.

Besonders erfreut zeigte sich Mertel über die Teilnahme vieler Männer an der Veranstaltung. Mertel: „Haltung hat kein Geschlecht. Wir alle stehen hier für Gleichberechtigung, Sicherheit und Respekt.“ Gekommen waren auch die Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler und Polizeipräsident Torsten Krückemeier (Polizeipräsidium Gießen).

Drei wichtige Hilfsprojekte

„Mit jedem Schritt, den Sie hier laufen, unterstützen Sie drei wichtige Hilfsprojekte“, erklärte Weckler. Es sind dies die Vereine „Frauen helfen Frauen Wetterau“, „Frauen-Notruf Wetterau“ und „Wildwasser Wetterau“.

„Wir alle senden hier ein großartiges Zeichen dafür, dass die Gesellschaft solidarisch zusammensteht“, sagte Polizeipräsident Krückemeier und fügte hinzu: „Die Gesellschaft hat bis heute nicht gelernt, ohne Gewalt auszukommen. Das erleben wir bei der Polizei täglich.“

Krückemeier bedauerte, dass die Zahlen im Bereich „Gewalt gegen Frauen“ erneut gestiegen sind. Nach den kurzen Reden ging es dann auch gleich los. Unter dem Beifall der Zuschauer starteten die Läuferinnen und Läufer auf dem 250 Meter langen Rundkurs, viele – wie gewünscht – in Orange. An der Spitze lief zunächst Birgit Weckler, die allerdings von einer jungen Läuferin schnell überholt wurde.

Nach jeder Runde gab es einen Stempel. Einige Teilnehmer spazierten über den Rundkurs, andere joggten gemütlich. Auch Krückemeier lief mit zwei Polizisten eine Runde. Für jede gedrehte Runde spendeten die Teilnehmer einen von Ihnen oder ihren Sponsoren festgelegten Betrag.

Nach einer Stunde schon 15 Runden

Nach einer knappen Stunde verkündete Moderatorin Germaine Stragies aus Ortenberg, dass die ersten Läuferinnen und Läufer bereits 15 Runden absolviert haben. Während die Teilnehmer des Laufes ihre Runden drehten, herrschte auf der Grünfläche vor dem ehemaligen Postamt reges Treiben.

Zahlreiche Vereine, Gruppen und Organisationen informierten über ihre Arbeit, darunter auch die Polizeidirektion Wetterau. Gekommen waren hier auch André Waldheim, der Schutzmann vor Ort in Friedberg, sowie Mitarbeiter des kreisstädtischen Ordnungsamtes.

Die Wetterauer Landfrauen verteilten orangefarbene Papiertüten mit dem Slogan der hessischen Landfrauen: „Gewalt kommt nicht in die Tüte.“ Mit dabei auf dem Info-Markt vor der Bühne waren Frauenhaus, Frauennotruf und Frauenzentrum, sowie die Service-Clubs „Rotarier“, der Soroptimist-Club und „Inner Wheel“, die mit Kuchen, Waffeln und Kaffee fürs leibliche Wohl sorgten. Auf der Bühne erläuterte Ferda Karatas von „Frauen helfen Frauen“ den geschichtlichen Hintergrund des Orange Day. Simone Mertel informierte über die Arbeit des Fachdienstes, während Anne Hantschel vom Frauennotruf über die Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder einging. Das Finale des Bühnenprogramms bestritten Sängerin Rima Savazian und „Sue Revolution“ (Gesang, Gitarre). So ging die wichtige Aktion erfolgreich zu Ende.

Kreis-Anzeiger, 28.11.2025