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Hilfsangebote sichtbar machen

Frauennotruf Wetterau

Hilfsangebote sichtbar machen
Arbeitsgruppe im Wetteraukreis informiert über das Angebot „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“

Nach einer Vergewaltigung ist medizinische Hilfe wichtig, doch viele Betroffene bleiben unversorgt. Oft aus Angst und Scham, aber auch aus Unwissen, an wen sie sich vertraulich wenden können. Dem versucht eine Arbeitsgruppe im Wetteraukreis entgegenzuwirken, indem sie über Hilfsangebote informiert und über sexualisierte Gewalt aufklärt. Grundlage hierfür ist das Angebot der „Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung“.

Kerngedanke des Angebots ist, dass jede Vergewaltigung als medizinischer Notfall betrachtet wird. Die „Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung“ baut Hürden ab, indem eine vertrauliche Versorgung durch geschultes Fachpersonal angeboten wird. Im Wetteraukreis ist dafür das Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim zuständig. Für die weitere psychosoziale Beratung wird an den Frauen-Notruf Wetterau e.V. verwiesen, auch dort hat Vertraulichkeit oberste Priorität.

Um dieses Angebot bekannt zu machen, setzt die Arbeitsgruppe auf eine breite Öffentlichkeitsarbeit. Im vergangenen Jahr konnte dank der Förderungen durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales sowie durch den Wetteraukreis verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Neben großflächiger Buswerbung und Plakaten sucht die Gruppe auch das direkte Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern. Der Gesprächseinstieg gelingt bei diesem schweren Thema ihren Erfahrungen nach leichter, wenn die Menschen am Infostand eine Kleinigkeit mitnehmen können. So wurden im vergangenen Jahr neben Stickern, Postkarten und Lesezeichen auch spezielle Gläserabdeckungen gestaltet, um über die Gefahr von K.O.-Tropfen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt aufzuklären.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe betonen, wie wichtig es sei, dass Betroffene schnell und ohne Hürden Zugang zu medizinischer und psychosozialer Unterstützung erhalten. Mit ihrer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit wollen sie verdeutlichen, dass Hilfe im Wetteraukreis vertraulich möglich ist und Betroffene den Weg nicht allein gehen müssen. Weitere Informationen und teilnehmende Kliniken in Hessen sind unter www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de zu finden.

Informationen zur Arbeitsgruppe:
Mitglieder der Arbeitsgruppe sind der Frauen-Notruf Wetterau e.V. (Telefon 06043 44 71), der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises (Telefon 06031 83 53 01) und die Opferschutzkoordinatorin Polizeidirektion Wetterau/Polizeipräsidium Mittelhessen (Telefon 06031 60 11 50).

Veröffentlicht im Kreis-Anzeiger am 07.02.2026