Vernissage der Ausstellung "Kunst zu Gewalt gegen Frauen" in Büdingen

Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch (5. von li.) mit den Künstlerinnen und dem Künstler

Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. blickt auf sein 30-jähriges Bestehen zurück. Zu diesem Anlass hatte der Verein vor einem Jahr Künstlerinnen und Künstler aufgerufen, das Thema Gewalt gegen Frauen kreativ umzusetzen. Das Echo war größer als erwartet, es entstand eine Fülle an Bildern, Skulpturen und Installationen, die nach Friedberg nun auch in Büdingen zu sehen ist. Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch hat die Ausstellung in der Kreisverwaltung in Büdingen eröffnet.
Die Bilder, Skulpturen und Installationen, die aus der Beschäftigung mit dem Thema Gewalt gegen Frauen entstanden, erzeugen beim Betrachter Betroffenheit. Sie drücken Wut, Bestürzung und Trauer aber auch Hoffnung und Rückkehr ins Leben aus. Die Ausstellung will auf das vielfach noch tabuisierte Thema aufmerksam machen und dafür sensibilisieren.
„Sie haben Pionierarbeit für uns Frauen geleistet“, bedankte sich Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch bei den anwesenden Mitarbeiterinnen und Vorstandsfrauen des Frauen-Notruf. „Noch in den 1950er und 1960er Jahren war es in der medialen Berichterstattung grundsätzlich die Frau, die an einem Übergriff schuld war. Sie war zu aufreizend gekleidet, zu freizügig, hieß es oft. Dass sich diese Sichtweise immerhin schon ein Stück verändert hat ist vielen aktiven Frauen zu verdanken.“ Kein Grund zum Jubel, denn die Sozialdezernentin wies auf die hohe Dunkelziffer der nicht angezeigten Gewaltfälle hin. „Na ja, das wird schon, er hat sich ja entschuldigt“, dies sei von Frauen auch heute noch immer wieder zu hören. „Wir dürfen nicht nachlassen in unserem Engagement. Unsere Töchter und Enkeltöchter sollen frei darüber reden und auch den Täter, der sie verletzt hat, benennen können.“ Sie versprach, gemeinsam mit dem Frauen-Notruf an der Seite der Frauen und mit Frauen weiter für deren Rechte einzustehen.
Renate Fleischer-Neumann, eine der drei Vorstandsfrauen, warf in ihrer Begrüßung einen Blick zurück auf die Anfänge des Frauen-Notruf, den großen privaten Einsatz, der vom Verein geleistet wurde, die Diskriminierung und Anfeindungen.
Die Ausstellung Kunst zu Gewalt gegen Frauen wird bis 16. November in der Kreisverwaltung in Büdingen, Berliner Straße 31 zu sehen sein.

Foto und Text: Wetteraukreis