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Workshop: Wendo-Training speziell für Frauen

Bild: “never give up” by Jacky Flemming

Der Frauen-Notruf Wetterau feiert 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund bietet der Verein in Zusammenarbeit mit dem Büdinger Familienzentrum “Planet Zukunft” für Samstag und Sonntag, 20. und 21. Oktober, einen Wendo-Workshop für Frauen an.
Wendo ist ein für Frauen entwickeltes Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstraining. Es stärkt das Selbstbewusstsein, ermutigt und macht Spaß. Die Frauen lernen, Gefahren zu erkennen und einzuschätzen. Erfolgreiche Abwehr von Belästigungen, Anmachen oder Angriffen hängt nicht von der Körperkraft ab. Die Entschlossenheit, sich selbst wichtig zu nehmen und sich für sich selbst einzusetzen, ist dafür genauso notwendig. Deswegen werden nicht nur gezielte Abwehrtechniken gelernt, sondern auch der Einsatz von persönlichen Stärken, der Stimme und des eigenen Willens. Die Frauen lernen, wieder auf ihr Gefühl zu vertrauen und frühzeitig Grenzen zu setzen. So können sie aktiv mit der eigenen Angst umgehen und bei Grenzverletzungen und Übergriffen reagieren. Das gestärkte Selbstbewusstsein hilft ihnen außerdem dabei, ihren Bewegungsfreiraum wieder zu erweitern und sich nicht von ihren Ängsten einschränken zu lassen. Wendo ist kein Kampfsport. Alter, körperliche Fitness und Vorkenntnisse spielen keine Rolle.
Der Kurs läuft am Samstag von 10 bis 16 Uhr und am Sonntag von 10 bis 14 Uhr im “Planet Zukunft” (Gymnasiumstraße 28). Er kostet 25 Euro. Leiterinnen sind qualifizierte Wendo-Trainerinnen vom Verein “Unvergesslich weiblich” Gießen. Anmeldungen werden im Büdinger Familienzentrum unter der Telefonnummer 06042/9534101 entgegengenommen.

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Eine besondere Ausstellung - Kunst zu Gewalt gegen Frauen

Landrat Jan Weckler mit den Künstlerinnen und dem Künstler. Hinten von links: Annette Obert-Sochor, Anja Steiniger-Christian, Malaika Mack, Claudia Seum, Silke Trunk, Jan Weckler, Michael Priester und Sandra Hiltscher Vorne von links: Dina Kunze, Evelyn Wenzel-Rupprecht und Julie Knappe

Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. wird 30 Jahre alt. Weil Kunst dort beginnt, wo Worte nicht mehr genügen, haben sich für dieses Jubiläum zehn regionale Künstlerinnen und ein Künstler bereiterklärt, dem Thema Gewalt gegen Frauen Ausdruck zu verleihen. Entstanden ist eine besondere Ausstellung, die Landrat Jan Weckler am vergangenen Montag (3. September) im Kreishaus in Friedberg eröffnete. Zu sehen ist sie bis zum 28. September.
„Die Bilder, Skulpturen und Installationen sind ein Hingucker, sie sensibilisieren für das Thema Gewalt gegen Frauen, sie wirken verstörend und sind ein Aufruf: Guck mal hin“, sagte Landrat Jan Weckler zur Eröffnung der Ausstellung. Gewalt gegen Frauen sei immer noch ein Tabuthema und der Frauen-Notruf eine Beratungsstelle, die es eigentlich nicht geben sollte. Weckler lobte die Gründungsfrauen des Vereins, die für ihren Mut, das Thema Gewalt gegen Frauen aufzugreifen, vielen Anfeindungen ausgesetzt waren.
Ein Hingucker beim Betreten des Kreishauses ist das Bild „Was bist du wert?“ von Malaika Mack. Bei ihrer Frage, welches Motiv für diese Ausstellung das richtige wäre, bekam sie den entscheidenden Tipp von einer Freundin, die täglich mit Gewaltopfern arbeitet. „Sie erzählte mir eine Geschichte darüber, wie die Jungfräulichkeit von Frauen und Mädchen für den Preis dreier Monatsgehälter von Familienmitgliedern verkauft wurde. Damit hatte ich mein Motiv. Immer wieder, während ich das Bild skizzierte, zeichnete, malte, kam mir die gleiche Frage: Was ist man eigentlich wert?“
Die Bilder drücken Wut aus, Betroffenheit, Bestürzung, Trauer, aber auch Hoffnung und Rückkehr ins Leben. Wut über Frauenmorde, Betroffenheit über die lebenslangen körperlichen und seelischen Leiden von Vergewaltigungsopfern, Trauer über muslimischen Frauen, die ihr Zuhause nicht verlassen dürfen oder die Opfer eines Ehrenmordes werden.
Renate Fleischer-Neumann vom Vorstand des Vereins rief die rund einhundert Besucherinnen und Besucher dazu auf, die Bilder achtsam auf sich wirken zu lassen. „Die Ausstellung möchte auf das vielfach noch tabuisierte Thema aufmerksam machen und dafür sensibilisieren. Denn Gewalt gegen Frauen geschieht mitten in unserer Gesellschaft.“

Frauen-Notruf: Eine bewegte Geschichte
Die Wiege des Frauen-Notrufs steht im Frauenzentrum in Friedberg. 1988 fassten fort engagierte Frauen den Entschluss, eine Fachberatungsstelle für Frauen und Mädchen zu gründen, die sexualisierte, körperliche und/oder psychische Gewalt erleben und erlebt haben. Im östlichen Kreisgebiet gab es damals keine frauenspezifischen Angebote und so entschieden sich die Gründungsfrauen bewusst für den Ostkreis.
Im ersten Jahr gab es noch keine eigenen Vereinsräume, Beratungen wurden im Frauenzentrum abgehalten oder in Privaträumen. Es gab erste Beratungen, und der Kontakt lief über die privaten Telefone der Gründungsfrauen. Anfeindungen gab es viele, zerstochene Autoreifen, Kratzer im Lack sind nur einige Beispiele. Im Ausstellungskatalog steht über diese Zeit: „Immer wieder bekamen sie von politischer Seite zu hören: ‚Hier auf dem Lande gibt es das Gewaltproblem gegen Frauen doch gar nicht, das passiert doch nur in großen Städten, hier soll doch wohl nur ein Wasserkopf hochgezogen werden.‘

Mehr zur Geschichte des Frauen-Notrufs, den Beweggründen, Gedanken und Überlegungen des ausstellenden Künstlers und der Künstlerinnen zu ihren Objekten gibt es im ausführlichen Katalog. Er liegt im Kreishaus gegen eine Spende für den Frauen-Notruf aus. Die Ausstellung, die im Oktober auch in der Verwaltung in Büdingen zu sehen sein wird, kann während der üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden: montags bis mittwochs, von 7:30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr.

Foto und Text von der Pressestelle des Wetteraukreises.

Die Pressemitteilung finden Sie hier

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"Kleiderflohmarkt"

Zu Gunsten des Frauen-Notrufes Wetterau e.V. veranstaltet am Sonntag, 02.09.2018, ab 11 Uhr die Wetterauer Künstlerin Dina Kunze einen “Kleiderflohmarkt”.

Im Rahmen der Ausstellung „Kunst zu Gewalt gegen Frauen“ im Kreishaus in Friedberg – zu der alle herzlichst eingeladen sind – soll zu der Vernissage am Dienstag, 03.09.2018, 18 Uhr der Erlös, als Spende an den Frauen-Notruf Wetterau e.V. überreicht werden.

Veranstaltungsort ist der Hof der ehemaligen „Eule“, Kugelherrenstr. 7 (hinter dem Rathaus) in 35510 Butzbach.
Der Flohmarkt findet nur bei gutem Wetter statt.

Um Anmeldung eines Standes unter 06033 9269570 oder 0152 57666791 wird gebeten.

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Anonym und einfach – Frauen-Notruf Wetterau e.V. bietet Online-Beratung an

Mit der Einrichtung der Online-Beratung hat der Frauen-Notruf Wetterau e.V. sein Beratungsangebot im Netz ausgeweitet. Und damit einen äußerst niedrigschwelligen Zugang zu Beratung und Unterstützung für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind, geschaffen. Auf diese Weise sollen noch mehr Betroffene erreicht werden. Auch Freund*innen, Angehörige und andere Vertrauenspersonen von betroffenen Frauen und Mädchen können sich über diesen Weg an den Frauen-Notruf Wetterau e.V. wenden.

Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind, können in der Online-Beratung des Frauen-Notrufes Wetterau jetzt noch schneller und unkomplizierter Hilfe erhalten. Mit dem Schreiben einer E-Mail gelangen Betroffene von Gewalt seit Mitte August zur Beratung mit einer erfahrenen Beraterin – ganz ohne persönliche Kontaktaufnahme und ohne Termin.
Die Online-Beratung stellt einen zusätzlichen Zugang für Betroffene dar, sie ist kostenfrei, anonym und zeitlich jederzeit verfügbar. „Das Anliegen kann ungestört beschrieben werden, man kann sich in Ruhe überlegen, was man fragt und man kann sich die Zeit für die Antworten nehmen, die man braucht. Als Hilfesuchende ist man in einem geschützten Raum und bleibt völlig anonym. Der Beratungsverlauf kann selbstbestimmter gestaltet werden und das Angebot kann außerhalb der Beratungszeiten genutzt werden. Somit entfallen die Wege zu der Beratungsstelle in Nidda.“, so der Frauen-Notruf Wetterau e.V..
„Mit dem neuen Angebot richten wir uns an diejenigen, die möglicherweise Schwierigkeiten haben, zum Telefon zu greifen oder persönlich zu kommen.“, erläutert das Team des Frauen-Notrufes. Die schriftliche Kommunikation sei weniger direkt, als der Kontakt am Telefon oder in der Face-to-face Beratung. „Vielen von Gewalt betroffenen Frauen fällt es so leichter, sich einer Beraterin anzuvertrauen“, so der Frauen-Notruf.

Um Frauen, die sich vertraulich über die Online-Beratung an den Frauen-Notruf Wetterau e.V. wenden, nicht zu gefährden, gelten sehr hohe Sicherheitsstandards. Die Datenübertragung ist in einem besonders sicheren Standard verschlüsselt. Weiter wird empfohlen, mit dem Browser in den privaten Modus zu wechseln, um zu verhindern, dass Daten über Aktivitäten auf dem Endgerät gespeichert werden.

Gewalt gegen Frauen ist ein gravierendes Problem in Deutschland. Rund 35 Prozent aller Frauen in Deutschland sind mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen – so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Europäischen Grundrechteagentur. Doch lediglich circa 20 Prozent dieser Frauen holen sich Unterstützung oder wenden sich an eine Beratungsstelle.

Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. unterstützt, stärkt und ermutigt Frauen und Mädchen, die von psychischer, physischer und/oder sexualisierter Gewalt bedroht oder betroffen sind, die nächsten Schritte zu gehen und sich aus der Gewaltsituation zu lösen.

Für den kostenlosen Service der Online-Beratung genügt eine anonyme Registrierung. Eine E-Mail Adresse ist hierzu nicht erforderlich. An Werktagen erfolgt innerhalb von 48 Stunden eine kompetente Antwort der ausgebildeten Fachkräfte zum Thema körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt bei Mädchen und Frauen.

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Ausstelllung "Kunst zu Gewalt gegen Frauen"

Anlässlich unseres 30-jährigen Bestehens veranstalten wir die Ausstellung »Kunst zu Gewalt gegen Frauen«. Die Ausstellung soll auf das vielfach noch tabuisierte Thema aufmerksam machen und dafür sensibilisieren.
11 Künstler*innen haben sich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinandergesetzt und zeigen in kreativer Umsetzung von Kunstobjekten, Skulpturen, Bildern und Texten ihre persönliche Wahrnehmung von Gewalt gegen Frauen.
Die frei zugänglichen Ausstellungsorte ermöglichen es, eine breite Schicht der Bevölkerung zu erreichen, um so auf diesen gesellschaftlichen Missstand hinzuweisen.
Der Frauen-Notruf Wetterau freut sich auf regen Anklang und viele Interessierte.

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