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Familienrechtliche Erstberatung am 10. Januar 2020

Am Freitag, den 10.01.2020, bietet die Rechtsanwältin Fabienne Metz aus Bad Nauheim in Kooperation mit dem Frauen-Notruf Wetterau e. V. von 10.00 bis 12.30 Uhr eine familienrechtliche Erstberatung an. Es können rechtliche Fragen zu den Themen Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz besprochen werden. Es kann geklärt werden, welche Unterlagen benötigt werden, und erste Hilfestellungen können in diesem Gespräch erarbeitet werden. Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauen-Notruf Wetterau um vorherige Anmeldung per Tel.: 06043 4471 oder per Mail: info@frauennotruf-wetterau.de Die juristische Erstberatung kostet € 10,- und findet im Frauen-Notruf Wetterau e. V., Hinter dem Brauhaus 9, 63667 Nidda statt.

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Appell an die Landesregierung: Keine Gewaltbekämpfung mit der Gießkanne

Die Istanbul-Konvention verpflichtet zu einem Paradigmenwechsel, damit endlich alle Frauen in Hessen ohne Gewalt leben können.
Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt – kurz: Istanbul-Konvention – ist in Deutschland seit Februar 2018 geltendes Recht. Im kommenden Jahr soll erstmals der Umsetzungsstand der Istanbul-Konvention überprüft werden. Für Hessen sehen wir noch erhebliche Mängel und Nachbesserungsbedarf. Deshalb appellieren wir an die Landesregierung, die Vorgaben der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen vorbehaltlos umzusetzen.
Die Hessische Landesregierung ist zur Umsetzung der Istanbul-Konvention verpflichtet und hat sich im Koalitionsvertrag dazu bekannt. Hessen hat in den letzten Jahren bereits die Finanzierung der Frauenhäuser und Beratungsstellen gegen häusliche und sexualisierte Gewalt verbessert und ein Programm zur Bekämpfung von Gewalt in patriarchalen Strukturen aufgesetzt. Das begrüßen wir. Den Vorgaben der Konvention wird das aber bei Weitem nicht gerecht.
Statt mit der Gießkanne hier und da den Gewaltschutz zu verbessern, fordern wir, dass das Land ein Gesamtkonzept zu Schutz, Bekämpfung, Prävention und effektiver Strafverfolgung von Gewalt gegen Frauen erstellt. Es muss ressortübergreifend von Sozial-, Justiz-, Kultus- und Innenministerium getragen und gelebt werden. Dazu gehört zwingend eine Koordinierungsstelle mit ausreichend finanziellen Ressourcen und weitgehendem politischen Mandat, um die Umsetzung der Konvention sicherzustellen. Die unabhängige Evaluierung der Maßnahmen ist dabei ebenfalls unabdingbar.
Jeden Tag versucht ein Mann in Deutschland seine (Ex)Partnerin umzubringen. Jede vierte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Dennoch müssen hessische Frauenhäuser aus Platzmangel aktuell die Mehrheit der anfragenden Frauen abweisen. Die Personalkapazität in den Beratungsstellen ist nur unzureichend. Präventionsarbeit zur Vermeidung von Gewalt in der Partnerschaft liegt in Hessen überwiegend brach. Durch Eigenengagement bis zur Selbstausbeutung versuchen Mitarbeitende im Gewaltschutzsystem das auszugleichen und können dabei nur scheitern.
„Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen, Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhüten, zu verfolgen und zu beseitigen“, ist das Ziel der Istanbul-Konvention, wie es Artikel 1 festlegt. Die Konvention läutet einen Paradigmenwechsel im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt ein und macht gleichzeitig detaillierte Vorgaben zu Opferschutz, Prävention und effektiver Strafverfolgung von häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Frauen. Bislang haben Frauenorganisationen um Aufmerksamkeit für das Thema und um Ressourcen für ihre Arbeit gebeten. Mit Inkrafttreten der Istanbul-Konvention ist Gewalt gegen Frauen als Menschenrechtsverletzung anerkannt. Damit ist es staatliche Kernaufgabe geworden, alle Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen. Dabei kann – und muss – die Landesregierung auf die Expertise der Frauenhäuser, Frauennotrufe, Beratungsstellen, Frauenorganisationen, Frauenbeauftragten, Wissenschaft und Runden Tische gegen Gewalt aufbauen.
Gemeinsam können wir die Vision der Istanbul-Konvention auch hier in Hessen verwirklichen. Wir sind bereit.
Unterzeichner*innen
Hessische LAG der feministischen Fachberatungsstellen gegen sexuelle Gewalt
Diözesanverband Mainz Arbeitskreis Täterberatung in Hessen
Prof. Dr. Ute Zillig, Frankfurt University of Applied Sciences Prof. Dr. em. Monika Simmel-Joachim, Hochschule RheinMain Prof. Dr. Kathrin Schrader, Frankfurt University of Applied Sciences

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Der Kampf gegen Gewalt erfordert ein Gesamtkonzept

Der Kampf gegen Gewalt erfordert ein Gesamtkonzept
Die Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen in Hessen umsetzen
Das Land Hessen muss Gewalt gegen Frauen stärker bekämpfen. Das haben am heutigen Freitag Akteurinnen aus dem Frauen- und Gewaltschutzbereich gefordert und auf erhebliche Mängel hingewiesen, die sie auf Landesebene sehen bei der Umsetzung des „Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“, kurz: Istanbul-Konvention.
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen am kommenden Montag, 25. November, veröffentlichten sie in Wiesbaden einen Appell an die Landesregierung, den unter anderem die Landesarbeitsgemeinschaften der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, der Frauenhäuser, der Frauennotrufe und der Beratungsstellen unterzeichnet haben, außerdem die Liga der Freien Wohlfahrtspflege und zahlreiche weitere Organisationen. Hauptforderung des Appells: Es darf keine Gewaltbekämpfung mit der Gießkanne mehr geben. Die Landesregierung muss stattdessen ein Gesamtkonzept zum Gewaltschutz vorlegen, das ressortübergreifend und unter Federführung einer unabhängigen Landeskoordinierungsstelle umgesetzt wird.
„Auch in Hessen hat jede vierte Frau in ihrem Leben mindestens einmal physische oder sexuelle Gewalt durch ihren aktuellen oder einen ehemaligen Partner erlebt“, erklärte Dr. Yasmin Alinaghi, Landesgeschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Hessen, der den Appell angestoßen hat. „Diese Gewalterfahrungen prägen Frauen und Mädchen in ihren Beziehungen, in ihrem Alltag, in ihrem Berufsleben. Sie prägen unsere Gesellschaft.“
Zwar hat Hessen in den vergangenen Jahren die prekäre finanzielle Situation der bestehenden Einrichtungen im Gewaltschutzbereich verbessert und der Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung kündigt weitere Maßnahmen an. Doch den Anforderungen der Istanbul-Konvention, die seit Februar 2018 in Deutschland geltendes Recht ist, wird das Land so längst nicht gerecht.
„Die Istanbul-Konvention ist eine historische Chance, Grundlagen für eine Gesellschaft zu schaffen, in der Frauen und Mädchen ohne Angst vor Gewalt leben können“, so Ute Boersch, die für die Frauen- und Gleichstellungsbüros einen Überblick über die Defizite im Gewaltschutz aus kommunaler Perspektive gab. „Die Landesregierung muss endlich konkrete Maßnahmen beschließen und finanzieren, damit auch die Kommunen handlungsfähig werden.“
Die Anzahl der Zimmer in Frauenhäusern müsste in Hessen mindestens verdoppelt werden. Derzeit gibt es landesweit 313 Zimmer mit 727 Betten für Frauen und Kinder. „Mit der Wohnungsnot steigt auch der Platzmangel in den Frauenhäusern dramatisch an“, sagte Carola Dröse von der LAG der Autonomen Frauenhäuser. „Jeden Tag müssen Frauenhäuser in Hessen Frauen in Gefahrensituationen abweisen. Jeden Tag verstößt das Land damit gegen die Istanbul-Konvention und den Auftrag, Frauen und ihre Kinder vor Gewalt zu schützen.“
„Wir sehen dringenden Handlungsbedarf, das bestehende Hilfesystem zu einer umfassenden und barrierefreien Infrastruktur von Unterstützungs- und Beratungsangeboten für betroffene Frauen und ihre Kinder auszubauen“, betonte Heike Schlott, die bei der Pressekonferenz die LAG der Interventions- und Beratungsstellen vertrat: „Wir fordern endlich die Umsetzung von konkreten und umfassenden Maßnahmen.“
Ansprechpartnerin für die Presse:
Monika Remé
Der PARITÄTISCHE Hessen
Referentin Frauen, Mädchen
Telefon (0 69) 955 262 11 E-Mail: monika.reme@paritaet-hessen.org

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Diese Bierdeckel retten Leben

“Orange Days”

Knalliges Orange, dazu erschütternde Fakten über Gewalttaten gegen Frauen und ein klares “Nein”. “Nein” zu Gewalt an Frauen sagen die Soroptimistinnen aus Bad Nauheim und haben ein einmaliges Projekt in der Wetterau auf die Beine gestellt.

Gewalt gegen Frauen ist allgegenwärtig. Hinter verschlossenen Türen, im Alltag, manchmal ganz offensichtlich abends beim Ausgehen. Hilfsangebote gibt es in der Wetterau und damit jede Betroffene weiß, wohin sie sich wenden kann, hat sich der Soroptimist-Club (SI) aus Bad Nauheim etwas Besonderes überlegt: Eigens bedruckte, orange Bierdeckel. Mit dem SI-Logo und Informationen zu örtlichen Initiative, wie dem Frauennotruf Wetterau und einem QR-Code fürs Handy. Darauf zu lesen ist “SI Club Bad Nauheim und Wetterauer Gastronom*innen” sagen NEIN zu Gewalt gegen Frauen". Diese Bierdeckel haben die Soroptimistinnen in Wetterauer Lokalen oder Bäckereien verteilt. Mit erstaunlich großer Resonanz: 2000 Deckel hatte der Club herstellen lassen, 10 000 mussten sie nachbestellen. Mit dieser Aktion machen die Soroptimistinnen beim weltweiten “Orange Day” vom 25. November bis 10. Dezember mit. “Im Durchschnitt ist weltweit jede dritte Frau Opfer physischer oder sexueller Gewalt, die häufig vom engsten Umfeld ausgeübt wird. Wir Soroptimistinnen müssen für Frauen aufstehen! Wir wollen eine Veränderung sehen”, sagt Soroptimistin Anne Wilmers. Deshalb sind diese Fakten auf der Rückseite des Bierdeckels gedruckt: "Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Partnerin zu töten; an jedem dritten Tag gelingt ihm das. Laut Statistik des Bundeskriminalamtes gibt es jährlich 140 000 Fälle p
partnerschaftlicher Gewalt. Wir sagen “Nein” zu Gewalt gegen Frauen".

Der Club setzt sich seit 28 Jahren für Frauen und deren Rechte ein. Im Club sind berufstätige Frauen aus unterschiedlichen Bereichen organisiert, die sich einerseits zu monatlichen Vorträgen treffen und auch weltweite Projekte unterstützen. Wie die “Orange Days”.
Hingucker Plakataktion

Die Soroptimistinnen haben sich schon vor vielen Wochen über diesen Tag Gedanken gemacht, sagt Wilmers. Sechzehn Tage lang, also vom Beginn der Aktion am 25., dem Tag gegen Gewalt gegen Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, werden die orangen Bierdeckel in Lokalen oder Cafés ausgelegt. Bisher sei das Feedback überwältigend gewesen, meint Wilmers. Viele wollten mitmachen, standen der Aktion sehr positiv gegenüber: “Eine Frau in einem Lokal hat spontan gesagt, sie sei zwar nicht selber von Gewalt betroffen, wisse aber, wem sie diesen Bierdeckel sofort geben wird”, erzählt Wilmers. Die Inhaber einer Weinhandlung, Restaurants oder Lokale, die mitmachen, sind auch Teil einer Plakataktion der Soroptimistinnen: Sie sind mit einem Porträtfoto auf den Plakaten abgebildet, die für die Aktion werben und in der Wetterau aufgehängt sind. Die Club-Frauen wollen mit dem Bierdeckel-Projekt auch andere SI-Clubs inspirieren: “Wir haben die Vorarbeit in der Wetterau geleistet, jetzt können es die anderen Clubs nachmachen.” Soroptimist International hat weltweit in 132 Ländern rund 80 000 Mitglieder in über 3000 Clubs.

Die Club-Schwestern erhoffen sich durch die Bierdeckel-Aktion auch, Sponsoren zu finden, damit sie ihre zahlreichen sozialen Projekte weiter fördern können.
Wer helfen will, findet Infos zu den Projekten und dem Förderverein unter www.soroptimist-badnauheim.de. Die “Bierdeckel”-Aktion soll im kommenden Jahr weitergeführt werden.

Sie alle machen mit

An der “Bierdeckel”-Aktion der Bad Nauheimer Soroptimistinnen haben sich viele Lokale, Bäckereien, Cafés oder Weinhandlungen in der Wetterau beteiligt. Hier liegen die orangen Bierdeckel der Soroptimistinnen vom 25. November bis zum 10. Dezember aus. In Friedberg: Costas und Alexas Musikbistro, Dunkel, Kaktus, Pastis, Café Feeling, Novum, Da Nino, Reggio, Carmela, Galerie, St. Petersburg, Taunusklause, Zaragoza. In
Bad Nauheim: Da Davide, die Weinhandlung Fertsch, And & Vin, Bodega Movida, Rosenau, Schwyzer Hüsli, Pane e Vino, Café Phono, Pfälzer Hof, Zulegers, Semira, Willys Pub, El Sol, Cafe Levante, Adriano, Soul4Drinks, Kaffeemühlchen, Green Ox, Il Gusto. Außerdem beteiligen sich Isoletta in Wölfersheim, die Weinscheune in Echzell, die Klosterschänke in Niddatal-Ilbenstadt, Roma II aus Niddatal-Assenheim, Trattoria il Ponte in Florstadt, sowie die Privatrösterei Philipp und die Stadtbäckerei Rank in Nidda. (koe)
An der “Bierdeckel”-Aktion der Bad Nauheimer Soroptimistinnen haben sich viele Lokale, Bäckereien, Cafés oder Weinhandlungen in der Wetterau beteiligt. Hier liegen die orangen Bierdeckel der Soroptimistinnen vom 25. November bis zum 10. Dezember aus. In Friedberg: Costas und Alexas Musikbistro, Dunkel, Kaktus, Pastis, Café Feeling, Novum, Da Nino, Reggio, Carmela, Galerie, St. Petersburg, Taunusklause, Zaragoza. In Bad Nauheim: Da Davide, die Weinhandlung Fertsch, And & Vin, Bodega Movida, Rosenau, Schwyzer Hüsli, Pane e Vino, Café Phono, Pfälzer Hof, Zulegers, Semira, Willys Pub, El Sol, Cafe Levante, Adriano, Soul4Drinks, Kaffeemühlchen, Green Ox, Il Gusto. Außerdem beteiligen sich Isoletta in Wölfersheim, die Weinscheune in Echzell, die Klosterschänke in Niddatal-Ilbenstadt, Roma II aus Niddatal-Assenheim, Trattoria il Ponte in Florstadt, sowie die Privatrösterei Philipp und die Stadtbäckerei Rank in Nidda. (koe)
von Sabine Bornemann, Wetterauer Zeitung, 24.11.2019

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Informieren und bestärken

Gewaltschutz: Mehrsprachige Plakatreihe des Wetteraukreises soll Frauen mit Migrationshintergrund über ihre Rechte informieren
Landrat Weckler stellt Plakatreihe zu Gewalt-schutz in Flüchtlingsunterkünften für Frauen vor

Wetteraukreis (pdw).“Niemand darf….mich einsperren oder kontrollieren“. In der Gemeinschaftsunterkunft „Über dem Wehrbach“ in Friedberg stellte Landrat Jan Weckler eine Plakatreihe der Bildungskoordinatorin Anna Möller zum Thema Gewaltschutz für Frauen aller Herkunftsländer vor. Unterstützt wurde sie dabei von den Beratungsstellen Frauenhaus und Frauen-Notruf sowie dem Fachdienst Frauen und Chancengleichheit und der Fachstelle Migrati-on Steuerung des Wetteraukreises.

Die Idee zu der Plakatreihe entstand aus dem Projekt „Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften“ heraus, welches der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit gemeinsam mit der Fachstelle Migration Steuerung bereits 2017 durchgeführt hat. Indem festgestellt wurde, dass es insbesondere für Frauen noch Aufklärungsbedarf gibt.

Landrat Jan Weckler begrüßt die Kampagne „Uns ist es ein besonderes Anliegen im Wetteraukreis, Frauen über ihre Rechte zu informieren und sie darin zu bestärken sie einzufordern. Hierfür hat die Bildungskoordinatorin die mehrsprachige Plakatreihe gemeinsam mit den Beratungsstellen aus dem Wetteraukreis entwickelt.“

Häusliche Gewalt betrifft alle Bevölkerungsschichten und jede 4. Frau ist davon betroffen. Mehr als 80 Prozent der Opfer von Häuslicher Gewalt sind Frauen, und mit Ihnen auch die Kinder, die oftmals Zeugen davon werden.
Anders als im privaten Umfeld, bekommen Mitarbeitende und Bewohner/innen in Gemeinschaftsunterkünften die Gewalt häufig mit und wissen dann nicht, was zu tun ist. Die Frauen in den Unterkünften sprechen wenig oder kein Deutsch, kennen die Hilfen und ihre Rechte nicht, die Ihnen zustehen. Daher sind die Frauen in Gemeinschaftsunterkünften besonders schutzbedürftig.

„Wir wollen die Frauen bestärken sich Hilfe zu suchen und gleichzeitig allgemein über ihre Rechte in Deutschland informieren. Und damit wir möglichst viele Frauen erreichen, haben wir uns für zweisprachige Plakate mit zusätzlichen Piktogrammen entschiedenen“, so Bildungskoordinatorin Anna Möller.
Die Plakate sind immer in Deutsch und einer weiteren Sprache. Für den Anfang gibt es sie in Englisch, Französisch, Arabisch und Tigrinja.

„Es ist wichtig, dass die Hilfsangebote, die es gibt und die Handlungsmöglichkeiten bekannter werden und auch von Migrant/innen genutzt werden“, sagt Ilona Geupel von der Beratungs- und Interventionsstelle Frauen helfen Frauen e.V. in Friedberg. Dies gilt nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für alle die mit der Zielgruppe arbeiten, sowohl im Haupt- als auch im Ehrenamt.
Daher werden die Plakate neben den Gemeinschaftsunterkünften auch an öffentlichen zugänglichen Orten, in den Kommunen und bei Sprachkursträgern ausgehängt, um möglichst vie-le Menschen zu erreichen.

Die Plakatreihe soll aufklären und informieren, zugleich aber auch die Frauen an das Thema Selbstbestimmung heran führen. „Wir wissen, dass die Plakate nur ein Baustein sind, um Frauen zu erreichen und ermutigen, sich Hilfe zu suchen“, sagt Cäcilia Schlocker vom Frauen-Notruf in Nidda.

Wer die Plakate in seiner Institution aufhängen möchte, kann sich bei der Bildungskoordinatorin Anna Möller melden unter: anna.moeller@wetteraukreis.de

Die Bildungskoordination im Wetteraukreis wird vom Bundes-ministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der „Transferinitiative kommunales Bildungsmanagement“ finanziert.

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